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line,aberwenigeralsExtravertierte.VieleWebsites sindfürBlindekaum
barrierefrei zugänglich, und dennoch hilft Technologie gerade auch
Behinderten. Ältere Menschen sind statistisch gesehen weniger unbe-
fangen imUmgangmitTechnik, aber dieLebenserfahrungunddermit
demAlterabnehmendeKonformitätsdruckhilft ihnenmehrals jüngeren,
kritischmitInformationenimNetzumzugehenodersicherfolgreichvon
digitalenAblenkungen abzuschirmen.
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Je nachKontext sind unterschiedlicheDigital Skills gefragt.
In digital unterernährten Regionen derWelt geht es zunächst um
technologische Infrastruktur undAneignung. In Ländernmit diktatori-
schenRegimesbedeutetesvielleicht, sich füreinRechtauf Privatsphäre
einzusetzen oder zuwissen,wieman digitalerÜberwachung begegnen
soll. In digital übersättigten Regionen braucht es eher Rezepte im
Umgangmit digitaler Informationsüberlastung.
Je nach Berufsfeld sind fachspezifische digitale Kompetenzen rele-
vant.DenÜberblicküberE-Mailsnichtverlieren, istvielerortsgefragt.In
der grafischen Industrie wird erwartet, dass Mitarbeitende die Adobe
Creative Suite beherrschen. In derKommunikationsbranche braucht es
zunehmend einen souveränenUmgangmit SocialMedia, in derWis-
senschaft oft den Umgang mit Statistiksoftware oder wenigstens den
Tücken vonWord und Literaturdatenbanken. Programmierkenntnisse
werden bisher nur in spezifischen Funktionen vorausgesetzt, Machine
Learning noch seltener. Von Führungskräften erwarten viele, dass sie
wissen,wanneinpersönlichesGesprächgeeigneteristalseineE-Mailund
dass sie sichderdigitalenTransformation ihrerBranchewenigstensnicht
ganz verschließen.
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Grundwissen ist auch im digitalenZeitalter zentral.
Eine gängige Floskel besagt, dass Wissen weniger wichtig werde,
wennman es überall und jederzeit abrufen könne.Natürlich kannman
Wissen imNetz abrufen.Manhätte aber auch früherBibliotheken leer
lesen können, gab aber dennoch viel Geld aus für teure Ivy-League-
Universitäten. So heißt es beispielsweise im FilmGoodWill Hunting:
SarahGenner144
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik