Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Technik
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
Seite - 167 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 167 - in Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen

Bild der Seite - 167 -

Bild der Seite - 167 - in Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen

Text der Seite - 167 -

die Zwölfjahresregel imWissenschaftszeitvertragsgesetz (WZVG) dar, weil es großenDruck auf alle Personen vonDoktorierenden bis hin zu habilitiertenWissenschaftlerinnen undWissenschaftlern ausübt (Wilde 2016). ImVergleich zuWissenschaftssystemen in angloamerikanischen Ländern fehlen inDeutschland permanente Stellen unterhalb der Pro- fessur,wie beispielsweise diePosition einesLectureroderReader (Artikel ausÖsterreich: Achternberg 2018).Wer es inDeutschland nach zwölf Jahren in derWissenschaft nicht auf eine Professur geschafft hat, dem bleibt häufig nur nochderAusstieg oder derWechsel insAusland. InDeutschland tickt dieUhr desWZVG ab dem ersten Promoti- onstag und schlägt zum ersten Mal laut nach sechs Jahren an. Dieser Zeitraumvonsechs Jahren istmaximal fürdasErreichendesDoktortitels angedacht, die zweiten sechs Jahr dann zur Habilitation und zum Er- reicheneinerProfessur.Die sechs Jahre fürdiePromotionsindsicherlich großzügig bemessen, die komplette Dauer der zwölf Jahre für das Er- reichen der Professur dagegen eher knapp. Gut, dass eine Person, die schneller promoviert, nicht benachteiligtwird unddie ,gesparten‘ Jahre aus dem ersten Zeitfenster an die zweite Periode anhängen kann. Trotzdemergibt sich daraus ein engerZeitplan, der dazu führt, dass ein unglaublichhohesArbeitspensumentsteht,umesaufeinenderbegehrten Lehrstühle zu schaffen. Die Probleme der befristetenVerträge imMittelbau sind charakte- ristisch für das deutscheWissenschaftssystem.Die von dem amerikani- schenWissenschaftler eingangs geschilderten Problemewie Lehrbelas- tung und fehlende Forschungsressourcen verschärfen zusätzlich die Situation für dieWissenschaftlerinnen undWissenschaftler inDeutsch- land. Durchaus vergleichbar zu den Schilderungen meines Gesprächs- partners aus denUSA sorgt das Prinzip der Selbstverwaltung innerhalb deutscher Universitäten für arbeitsintensive Vorgänge in der Adminis- tration,dieebenfallsdieArbeitszeitderProfessorinnenundProfessorenin Anspruchnehmen.ErgänzendkannichauseigenerErfahrungberichten, dass ich immer auf der SuchenachneuenWegenbin,Gelder fürmeine Forschung einzuwerben.DieDeutsche Forschungsgemeinschaft als be- deutsamer Geldgeber vermag alleine die Ressourcen für Grundlagen- forschung nicht ausreichend zu decken. Bis auf wenige Stiftungenwie von Daimler oder Volkswagen gibt es kaum nennenswerte nationale Geldgeber. Meistens hat mindestens eine Person aus meiner Arbeits- gruppe einen auslaufenden Vertrag, und es ist nicht klar, welcher der vielenAnträge,die ich jedes Jahr andiepotentiellenGeldgeber schreibe, erfolgreichbewilligtwird, um soeinwenigGeld indieAbteilungskasse DerHunger nachTalent imSiliconValley 167
zurück zum  Buch Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen"
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?