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die Zwölfjahresregel imWissenschaftszeitvertragsgesetz (WZVG) dar,
weil es großenDruck auf alle Personen vonDoktorierenden bis hin zu
habilitiertenWissenschaftlerinnen undWissenschaftlern ausübt (Wilde
2016). ImVergleich zuWissenschaftssystemen in angloamerikanischen
Ländern fehlen inDeutschland permanente Stellen unterhalb der Pro-
fessur,wie beispielsweise diePosition einesLectureroderReader (Artikel
ausÖsterreich: Achternberg 2018).Wer es inDeutschland nach zwölf
Jahren in derWissenschaft nicht auf eine Professur geschafft hat, dem
bleibt häufig nur nochderAusstieg oder derWechsel insAusland.
InDeutschland tickt dieUhr desWZVG ab dem ersten Promoti-
onstag und schlägt zum ersten Mal laut nach sechs Jahren an. Dieser
Zeitraumvonsechs Jahren istmaximal fürdasErreichendesDoktortitels
angedacht, die zweiten sechs Jahr dann zur Habilitation und zum Er-
reicheneinerProfessur.Die sechs Jahre fürdiePromotionsindsicherlich
großzügig bemessen, die komplette Dauer der zwölf Jahre für das Er-
reichen der Professur dagegen eher knapp. Gut, dass eine Person, die
schneller promoviert, nicht benachteiligtwird unddie ,gesparten‘ Jahre
aus dem ersten Zeitfenster an die zweite Periode anhängen kann.
Trotzdemergibt sich daraus ein engerZeitplan, der dazu führt, dass ein
unglaublichhohesArbeitspensumentsteht,umesaufeinenderbegehrten
Lehrstühle zu schaffen.
Die Probleme der befristetenVerträge imMittelbau sind charakte-
ristisch für das deutscheWissenschaftssystem.Die von dem amerikani-
schenWissenschaftler eingangs geschilderten Problemewie Lehrbelas-
tung und fehlende Forschungsressourcen verschärfen zusätzlich die
Situation für dieWissenschaftlerinnen undWissenschaftler inDeutsch-
land. Durchaus vergleichbar zu den Schilderungen meines Gesprächs-
partners aus denUSA sorgt das Prinzip der Selbstverwaltung innerhalb
deutscher Universitäten für arbeitsintensive Vorgänge in der Adminis-
tration,dieebenfallsdieArbeitszeitderProfessorinnenundProfessorenin
Anspruchnehmen.ErgänzendkannichauseigenerErfahrungberichten,
dass ich immer auf der SuchenachneuenWegenbin,Gelder fürmeine
Forschung einzuwerben.DieDeutsche Forschungsgemeinschaft als be-
deutsamer Geldgeber vermag alleine die Ressourcen für Grundlagen-
forschung nicht ausreichend zu decken. Bis auf wenige Stiftungenwie
von Daimler oder Volkswagen gibt es kaum nennenswerte nationale
Geldgeber. Meistens hat mindestens eine Person aus meiner Arbeits-
gruppe einen auslaufenden Vertrag, und es ist nicht klar, welcher der
vielenAnträge,die ich jedes Jahr andiepotentiellenGeldgeber schreibe,
erfolgreichbewilligtwird, um soeinwenigGeld indieAbteilungskasse
DerHunger nachTalent imSiliconValley 167
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Title
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Subtitle
- Einwürfe und Provokationen
- Authors
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Editor
- Bert te Wildt
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Oldenburg
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 206
- Keywords
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Category
- Technik