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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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358 | Dinge – Nutzer – Netze Art Project weder in didaktischer Konzeption noch in technischer Umsetzung eine ›postmuseale‹ Position, welche die kuratierte Ausstellung in der Virtualität der As- soziierbarkeiten aufgehen lassen will. Vielmehr versucht Google die Aussöhnung des individuellen physischen Museums mit dem virtuellen Meta-Museum sowie die Rückbindung der zahl- und ortlosen digitalen Reproduktion an das einzigartige und geographisch gebundene Original. Das Museum mit Wänden steht jenem ohne Wände nicht als Gegenentwurf gegenüber, sondern die Wände werden optional ‒ und damit wird dem Besucher zugleich das vor Augen geführt, was physische Museum- sausstellungen ihm meist verheimlichen: dass nämlich jede Ausstellung das Ergebnis von Auswahlprozessen und Entscheidungen ist, die anders hätten ausfallen können, und dass jedes Exponat sich auch in andere Zusammenhänge einreihen ließe. Ganz unmittelbar kann er die Vieldeutigkeiten der Ausstellungsstücke bei der Erstellung von Nutzergalerien erleben, die ihn selbst zum Kurator werden lassen. Ross Parry sieht in solchen Phänomenen des social tagging die Andeutung eines grundsätzlichen Wandels im Wesen kuratorischer Arbeit. Die klassische Ausstellung hat für ihn den Charakter einer Erzählung: Sie stellt eine Auswahl aus einer größeren Sammlung dar, die ohne gezielte Reduktion keine Aussagen zu artikulieren vermag. Hypertextsysteme indes sind laut Parry Sammlungen (von Textbausteinen), in denen die Aufgabe der Auswahl dem Leser zufällt. In sich laufend erweiternden virtuellen Museumsprojekten besteht seiner Ansicht nach die Gefahr, dass die ›Kuratoren‹ (wo- mit hier die Webseitenbetreiber gemeint sind) ihre Autorenfunktion einbüßen. An ihre Stelle trete die eines Kritikers, der das museale Narrativ nicht ›schreibt‹, sondern den Besucher nur mehr zur Zurechtfindung im Labyrinth der Inhalte anleitet (vgl. Abbildung 7: ›Compare‹-Ansicht von Botticellis ›Nascita di Venere‹ (Galleria degli Uffizi, Florenz) und Tizians ›Venus Anadyomene‹ (National Gallery of Scotland, Edinburgh). https://www.google.com/culturalinstitute vom 10.02.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Titel
Dinge – Nutzer – Netze
Untertitel
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Autor
Dennis Niewerth
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Kategorie
Medien
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