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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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4 TOTALITARISMUS: DIE INNERE GESCHICHTE DES KALTEN KRIEGES Die Demokratie muß sich darüber klarwerden, daß sie mit Fußballregeln gegen ein Rugbyteam spielt. (ZB 164) Totalitarismus – Antitotalitarismus Der Begriff „Totalitarismus“ war das mobilisierende und ideologische Einheit stiftende Konzept des Kalten Krieges auf westlicher Seite. Begriffsgeschichtlich beschreibt es die Bedrohung, die den Demokratien in Europa und den USA in Gestalt einer aggressiven und invasiven Form des Staates im 20.  Jahrhundert gegenüberstand. Dabei war der Totalitarismus „immer ein vielgestaltiger und elastischer Begriff, dem in unterschiedlichen Kontexten und unter veränderli- chen politischen Konstellationen immer wieder neue Bedeutungen zugeschrie- ben wurden“.1 In zahlreichen Theorien, die im Kalten Krieg entwickelt wurden, stellte er eine Typologie zur Spezifikation autoritärer Staatsformen bereit, die in erster Linie auf Nazi-Deutschland und die Sowjetunion unter Stalin bezogen wurde.2 Nach 1945 wurde in der Bundesrepublik Deutschland „Antitotalitaris- mus“ zur Staatsideologie und auch in Österreich, wo ein staatstragender Anti- kommunismus die Gesellschaft ideologisch zusammen hielt,3 zählte er zum „fixen Repertoire der politischen Kultur“.4 Auch in der Literatur nach 1945 hinterließ das Konzept, das „sowohl stalinistische als auch nationalsozialistische oder faschistische Machtstrukturen“5 unter einseitigen ideologischen Vorzei- chen deskriptiv und normativ fassbar zu machen versuchte, seine Spuren. Welche Modalitäten und Kausalitäten sich mit diesem neuartigen Begriff ver- banden, unterstreicht der italienische Schriftsteller Ignazio Silone, der als Ange- höriger der Komintern bereits 1931 aus der KP ausgetreten war und als soge- nannter Renegat galt: 1 Rabinbach: Begriffe aus dem Kalten Krieg, S. 8. 2 Vgl. Abbott Gleason: Totalitarianism. The Inner History of the Cold War. New York, Oxford: Oxford Univ. Press 1995. 3 Vgl. Kriegleder: Die Literatur der fünfziger Jahre in Österreich – ein Überblick, S.  34  f. 4 Ernst Hanisch: Der lange Schatten des Staates. Österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20.  Jahrhundert. Wien: Carl Ueberreuter 1994, S.  428. 5 Michael Rohrwasser: Die Behandlung des Totalitarismus in der Literatur der Bundesrepublik und der DDR. In: Bożena Chrząstowska, Hans Dieter Zimmermann (Hg.): Umgang mit Frei- heit. Literarischer Dialog mit Polen. Berlin: Dreieck Verl. 1994, S.  48–60, hier S.  48.
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
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