Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Seite - 362 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 362 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

Bild der Seite - 362 -

Bild der Seite - 362 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

Text der Seite - 362 -

international network of agents“.39 Dieses „Supervillain“-Schema hat später durch Ian Flemings ebenso actionreiche wie burleske James-Bond-Romane weltweite Berühmtheit erlangt.40 Wiesinger verwendet es im zweiten Entwurf zu Die Sklavenbrigade offenbar, um allzu nahe liegenden politischen Referen- zen aus dem Weg zu gehen. Die Gründe für diese Entschärfung sind schwer zu rekonstruieren. In einem späteren Text widmet sich Wiesinger gerade diesem Thema. Er kündigt Hans Weigel gegenüber an, ihm eine Novelle widmen zu wollen, die einen der sehr selten vorkommenden erhebungungen [sic!] der häftlinge in si- birischen Lagern zum vorwurf hat. ich habe versucht, all mein können, soviel ich mir bisher aneignen konnte, all meine liebe zu den opfern totalitärer regierungen und all meinen hass gegen solche system [sic!] hineinzulegen.41 Wiesinger gibt sich zumindest seinem bewunderten Gönner Weigel gegenüber als nachgerade militanter Antikommunist. Über sein am 26. Oktober 1959 im Linzer Landestheater aufgeführtes Drama mit dem Titel X tritt 3 = 0 schreibt er an Weigel, es war ursprünglich mit dem titel ‚steppenwind’ versehen und schilderte die ver- hältnisse unter den nkwd-tigern. das war nicht opportun, wir sind ja so neutral, und niemand darf beleidigt werden, also zeit und ortlos umgeschrieben und mit neuem titel versehen, dann war der herr landeshauptmann zufrieden.42 16 Jahre später beschreibt er die Veränderungen im Stück in einer kommunis- tischen Zeitschrift ganz gegenteilig: Mein Stück ‚X tritt 3 = 0‘ am Landestheater Linz wurde gemeinsam mit Regisseur Zbonek und dem damaligen Intendanten Schroer von seiner diktaturfeindlichen 39 Cawelti, Rosenberg: The Spy Story, S. 40. 40 „Fleming’s most important contribution to the revival of the heroic spy story was probably the quality of humorous exaggeration or burlesque which he brought to these stories.“ Ebd., S.  52. 41 Karl Wiesinger an Hans Weigel, Brief vom 20.12.1953. In: Wienbibliothek, Nachlass Hans Wei- gel, Archivbox  38. [Die Interpunktion in diesem Zitat ist normalisiert.] Diese Novelle trägt den Titel otkastschiki. Vgl. Karl Wiesinger an Hans Weigel, Brief vom 21.1.1954. In: Wienbiblio- thek, Nachlass Hans Weigel, Archivbox  38, sowie die Briefe Wiesingers vom 2.2.1956 und vom 6.11.1956 aus Weigels Nachlass. 42 Karl Wiesinger an Hans Weigel, Postkarte vom 12.11.1959. In: Wienbibliothek, Nachlass Hans Weigel, Archivbox  38. [Die Interpunktion in diesem Zitat ist normalisiert.] Zu dem Drama vgl. Schnalzer-Beiglböck: Karl Wiesinger, S.  91–100. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 362 9 Spionage
zurück zum  Buch Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur"
Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Diskurse des Kalten Krieges