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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Emigration“ zu sehen ist, der mit seinen Romanen das NS-Regime kritisiert hat. Diese These entspricht dem Selbstbild seiner 1963 veröffentlichten Autobiographie Fügung und Widerstand. Die ersten Gedichte, die Henz nach 1945 in der Kulturzeitschrift Der Turm veröffentlichte, stellen eine Kontinuität zu 1934 her. 1945 wurde Henz wieder als Pro- grammdirektor der RAVAG eingesetzt, die unter der Verwaltung der sowjetischen Besat- zungsmacht stand. In seiner Autobiographie beschreibt er die Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit der sowjetischen Verwaltung und den Sendern der anderen Besat- zungszonen. Neben kritischen Äußerungen gegenüber dem Kommunismus beschreibt er als sein vorrangiges Interesse, einen gesamtösterreichischen und von den Besatzungs- mächten unabhängigen Rundfunk aufzubauen. Henz hatte wichtige kulturpolitische Funktionen in der österreichischen Nachkriegszeit inne. Ab 1945 war er im Vorstand der Österreichischen Kulturvereinigung und gründete 1947 die „Katholische Aktion“, als deren Präsident er bis 1954 fungierte. Er sprach sich nach 1945 stark für eine Trennung von kirchlichen und politischen Funktionen aus. Henz war Mitglied der 1948 eingesetz- ten „Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur“. Er fungierte als Mitglied im Ausschuss zur Wiedererrichtung des österreichischen PEN-Clubs, dessen Positionierung im Rahmen des Kalten Krieges zunehmend kulturpolitisch relevant wurde. Ab 1955 gab Henz die Literaturzeitschrift Wort in der Zeit heraus; Ziel der Zeitschrift, wie auch ihres Nachfolgers Literatur und Kritik (ab 1966) war es, eine als eigenständig ver- standene österreichische Literatur zu vermitteln. 1961 erschien sein Roman Die Nach- zügler im Stiasny-Verlag, der die Geschichte eines ungarischen Historikers, der nach dem „Ungarischen Volksaufstand“ 1956 nach Österreich flieht, erzählt. Der Roman wurde sowohl in der Bundesrepublik als auch in Österreich breit rezipiert. Die Kritik würdigte den im Roman vertretenen Glauben an eine göttliche Ordnung, die Henz mit der ideo- logischen Auseinandersetzung des Kalten Krieges konfrontierte. 1965 erschien mit Der Kartonismus ein weiterer Roman von Henz, eine Satire auf den kulturellen Kalten Krieg und den Kulturbetrieb in Ost und West. Auch dieses Buch fand starke Beachtung bei der Literaturkritik. 1946 wurde Henz der Professorentitel verliehen. Er wurde mit dem Öster- reichischen Staatspreis für Literatur (1953), dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1954) und dem Preis der Stadt Wien (1956) ausgezeichnet. Von 1967 bis 1980 fungierte er als Präsident des „Österreichischen Kunstsenats“. Quellen: Klaus Amann: Zahltag. Der Anschluß österreichischer Schriftsteller an das Dritte Reich. 2.  erw. Aufl. Bodenheim: Philo 1996, S.  168–185. Wolfgang Hackl: Kein Bollwerk der alten Garde – keine Experimentierbude. „Wort in der Zeit“ (1955–1965). Eine österreichische Literaturzeitschrift. Innsbruck: AMŒ 1998. Rudolf Henz: Fügung und Widerstand. Graz, Wien, Köln: Stiasny 1963. Robert Mühlher: „Uns aber wird das Wort zum Weltgericht“. Gedanken zum Werk von Rudolf Henz. In: Wort in der Zeit  1 (1955) H.  5, S.  1–6. Karl Müller: Zäsuren ohne Folgen. Das lange Leben der literarischen Antimoderne Österreichs seit den 30er-Jahren. Salzburg: Otto Müller 1990. 635Autorinnen- und Autorenlexikon
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Titel
Diskurse des Kalten Krieges
Untertitel
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
742
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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