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Leben gerettet haben, bestreiten sie das Abenteuer, den Großvater aus den Fängen des
kommunistischen Regimes zu befreien, unter dem er in Armut und Unfreiheit lebt. Der
Roman wurde von der österreichischen Literaturkritik vielfach bemerkt und rezensiert.
Im Tagebuch wurde der Roman negativ aufgenommen. Kurt Partner sah das Buch als
verantwortungslos sowie als Hetze und Verleumdung gegen die ungarische Volksdemo-
kratie. Er appellierte an das österreichische Unterrichtsministerium, nicht tatenlos zuzu-
sehen, „wie ein Autor gegen die Demokratie sündigt“.
1955 erhielt Keller den Peter-Rosegger-Preis, 1961 wurde er zum Professor h.c. ernannt,
1975 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz verliehen, 1976 war er für die
Sektion über Literatur der Jahre 1938–1945 auf der Steiermärkischen Landesausstellung
zuständig.
Quellen:
Paul Anton Keller: Tiergeschichten. Gütersloh: Bertelsmann 1948.
Ders.: Gast der Erde. Graz: Leykam1957.
Ders.: Geliebte Gefährten. Wien: Amandus 1960.
Ders.: Dreigestirn. Josef Weinheber, Max Mell, Josef Friedrich Perkonig. Begegnungen, Erinnerun-
gen. Maria-Rain: Petrei 1963.
Robert Mühlher: Der Peter-Rosegger-Preis des Landes Steiermark und seine Träger (1955–1967).
In: Gernot D. Hasiba, Berthold Sutter (Red.): Die Steiermark. Land Leute, Leistung. 2. Aufl.
Graz: Steiermärk. Landesregierung [u.a.] 1971, S. 701f.
Bernhard Josef Ortner: Paul Anton Keller. Leben und Werk. Graz: Diss 1979.
Kurt Partner: Pflege der Jugendbücher. In: Tagebuch 11 (1956) H. 24, 15.12.1956, S. 4.
Sabine Rupp: Die Lebensgeschichte des Autors Paul Anton Keller – Ein endlos geflochtenes Band.
In: Friedrich Bouvier, Helfried Valentinitsch (Red.): Graz 1945. Historisches Jahrbuch der Stadt
Graz. Bd. 25. Graz: Stadt Graz 1994, S. 457–471.
Berthold Sutter (Red.): Die Steiermark. Land, Leute, Leistung. 2. Aufl. Graz: Steiermärkische Lan-
desregierung 1971, S. 701 f.
Claudia Wagner: Die Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur. Literaturreinigung auf
Österreichisch. Wien: Dipl.-Arb. 2005.
Franz Kreuzer
geboren am 18.1.1929 (Wien), gestorben am 14. April 2015 (Wien). Franz Kreuzer wuchs
in einer Wiener Arbeiterfamilie auf. Er begann 1947 als journalistischer Mitarbeiter der
sozialdemokratischen Arbeiter-Zeitung (AZ) in Wien zu arbeiten und trat im selben
Jahr der SPÖ bei. Schon während dieser Tätigkeit schrieb er kritische Artikel über die
sowjetische Besatzungsmacht in Österreich. 1956 erschien sein Roman Die schwarze Son-
ne. Ein Tatsachenroman vom Menschenraub im sozialdemokratischen Verlag der Wiener
Volksbuchhandlung. Der Roman beschäftigte sich in Bezug auf einen realen Fall mit dem
Menschenraub seitens der sowjetischen Besatzungsmacht. Ab 1961 war Kreuzer Chefre-
dakteur der AZ. 1967 wechselte er zum ORF, wo er ab 1974 Fernsehintendant ebenso wie
Mitbegründer der Diskussionssendung „Club 2“ war. Viele der Gespräche, die er mit
641Autorinnen-
und Autorenlexikon
Diskurse des Kalten Krieges
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Titel
- Diskurse des Kalten Krieges
- Untertitel
- Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20380-3
- Abmessungen
- 15.9 x 24.0 cm
- Seiten
- 742
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918