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Vor 1918
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 - Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
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126 Kontrolle haben. Bei Personen, die sein Missfallen erregt hatten, durfte das Kanzleipersonal keineAmtshandlungenvornehmen. In Beschwerden wurde immer wieder auf verhältnismäßig lange Wartezeiten vor dem Zimmer des Amtsvorstandes hingewiesen und das Anschreien von Par- teiengerügt,die imKonsulatverkehrten. 1904 wurde Konsul Rappaport beschuldigt, ein Christenmädchen, das gegen ihren Willen in einen Harem in Bitola gebracht werden sollte und beim Kon- sul Hilfe fand, den Umstand ausgenützt und dasselbe missbraucht zu haben. Sein Vorgesetzter GK Müller-Roghoj hielt eine nähere Erhebung über das Gerücht, das Rappaport mit einer „ Weiber-Affaire in Verbindung“ brachte, für über üssig. SeineAbberufungausMakedonienhabedamitnichtszutun.InWienmusstesich der Konsul rechtfertigen. Er bezeichnete das Bitolaer Vorkommnis als Er ndung, „ derenUrsprungaufpolitischer,derenVerbreitunghingegenaufpersönlicherBös- willigkeit beruht!“ Der Konsul war zu einer formellen Untersuchung bereit. Da- mit gab sich das Außenministerium zufrieden.317 1906 kehrte der Konsul zurück. 1909 brachte der österreichische Lehrer an der Eisenbahnerschule in Skopje ge- gen den Konsul eine Ehrenbeleidigungsklage ein. Die Hauptverhandlung wurde am 6. Juli 1909 in So a anberaumt. Da der Kläger nicht erschien, wurde Rap- paport freigesprochen.318 Neben Zeitungen beschäftigten sich auch Abgeordnete im Parlament mit Missständen. Abgeordneter Breiter rügte unwidersprochen den fehlenden Schutz durch unsere Konsuln im März 1903. Er führte massenweise Ausweisungen österreichischer Arbeiter aus Preußisch-Schlesien im Jahr 1902 an und rügte, dass österreichische Angehörige nach Tötungen bei Arbeitsstreik keine Entschädigung erhielten, während sie andere Staatsangehörige schon erreichten. Für Breiter waren Konsulate „ nichts anderes als Paradeinstitutionen für hoch- adelige Herren, um ihnen die politische Carriere zu ebnen“ 319. 1905 schrieb der Amtsleiter inRiodeJaneiroüberKonsularattachéDr.v.Mi kowski,dassdieser im Parteienverkehr häu g erregt und barsch sei, außerdem verachte er den Handels- stand.320 317 ARF4/280Pe.Rappaport– Anschuldigungen, fol.247– 251. 318 AR F 4/280 Pe. Rappaport, fol.385f. Das Konsulat in Skopje hätte volle Jurisdiktionsgewalt gehabt. 319 StenographischeProtokolle1903,S.19148f. 320 ARF4/220Pe.Mi kowski.
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Titel
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Untertitel
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Autor
Engelbert Deusch
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
17.4 x 24.4 cm
Seiten
736
Schlagwörter
Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
Kategorien
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