Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 259 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 259 - in Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit

Bild der Seite - 259 -

Bild der Seite - 259 - in Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit

Text der Seite - 259 -

VonderGesellschaftabgeschnittene, ‚andereRäume‘–Heterotopien 259 eingliederte“und„ihreSehnsucht langsamversiegt“, zunächstdarandenkt, „insWasserzugehen“,830 alsauchdieAusnahmesituationderGeburt. AlsdieSchwangerschaftnichtmehrzuverheimlichenist,kündigt sie,um dergesellschaftlichenÄchtungzuentgehen, ihreStelle imBüroundgeht in dieFabrik.Dazuzieht sie–wieSchnitzlersTherese (1928)831 indemgleich- namigenRoman,wodieGeburtdesunehelichenKindesebenfalls ‚außerhalb‘ derGesellschaftstattfindet– inein fremdesViertel,woniemandsiekenntund bringtdort ihrKind„ohne jedeHilfeleistung“zurWelt: „Es schrienicht, es lebtebloß.DiewinzigenGliederwandensichwurmartig.“832 MittelsderSchilderungdespsychischenZustandesder ledigenMutter,die kurzdarandenkt,dasNeugeborenezutöten,erzeugtFeldmanneinegreifbare NähezuderAusnahmesituation, indersichdieFraubefindet: „[…]satanartig fuhr ihr derGedanke indenKopf […]. Befreie es vondiesem furchtbaren Leben,riefeineStimmeinihr[…].Wiesieesaberansah,konntesie ihmnichts tun.Aber sie konnte es auchnicht lieben.“833 Sie lässt ihrKindzunächst in derLadedesTischeszurück,versperrtdieTürundgeht fort,kehrt,nachdem sich„derWahnsinn,derdieganzeZeitüber ihrGehirnumklammerthielt“, gelösthatte,aberzurückundfindetdasKind,zwar„blaugefrorenamganzen Körper“,834 aber lebendigvor. Krisen-undÜbergangszustandistauchdieKrankheitMariannes,Protago- nistin inLöwenzahn,nachdemTodderSchwester,beidersievorübergehend dasAugenlichtverliertundsechsWochenlangandasBettgefesselt ist: WochenumWochen lag ich. […]alleswarRuhe.LeereundFinsternis. […]Ichdachte: Gut,esgibtvielleichtaucheinsolchesLeben:womanstill imBette liegtundnichtssieht. Manhat schließlich einZimmerunddieElternhaben einen lieb;manbekommtalles. ManistabgeschlossenvonallerFeindschaftundvonallemHaß. (LZ2118f.) DasZuhause,dasZimmer,daseigeneBettalsmöglicherOrtdesRückzuges vorder feindlichenWelt inderZeitdesHeranwachsens tauchtbeiFeldmann anmehrerenStellenauf: Ichhättenichthinaufgehensollen.Manbleibt zuHause in seinenvierWänden–dann kanneinemnichtsgeschehen. […]Waswirdspäter sein?Wiekannmansichvorallem Furchtbaren,dasesgibt, retten?(LZ2168) 830 Ebd.:S.  7. 831 ArthurSchnitzler:Therese.ChronikeinesFrauenlebens.Fischer.Berlin1928. 832 Ebd.:S.  7. 833 Ebd.:S.  7. 834 Ebd.:S.  7. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
zurück zum  Buch Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit"
Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Else Feldmann: Schreiben vom Rand