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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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VonderGesellschaftabgeschnittene, ‚andereRĂ€ume‘–Heterotopien 259 eingliederte“und„ihreSehnsucht langsamversiegt“, zunĂ€chstdarandenkt, „insWasserzugehen“,830 alsauchdieAusnahmesituationderGeburt. AlsdieSchwangerschaftnichtmehrzuverheimlichenist,kĂŒndigt sie,um dergesellschaftlichenÄchtungzuentgehen, ihreStelle imBĂŒroundgeht in dieFabrik.Dazuzieht sie–wieSchnitzlersTherese (1928)831 indemgleich- namigenRoman,wodieGeburtdesunehelichenKindesebenfalls ‚außerhalb‘ derGesellschaftstattfindet– inein fremdesViertel,woniemandsiekenntund bringtdort ihrKind„ohne jedeHilfeleistung“zurWelt: „Es schrienicht, es lebtebloß.DiewinzigenGliederwandensichwurmartig.“832 MittelsderSchilderungdespsychischenZustandesder ledigenMutter,die kurzdarandenkt,dasNeugeborenezutöten,erzeugtFeldmanneinegreifbare NĂ€hezuderAusnahmesituation, indersichdieFraubefindet: „[
]satanartig fuhr ihr derGedanke indenKopf [
]. Befreie es vondiesem furchtbaren Leben,riefeineStimmeinihr[
].Wiesieesaberansah,konntesie ihmnichts tun.Aber sie konnte es auchnicht lieben.“833 Sie lĂ€sst ihrKindzunĂ€chst in derLadedesTischeszurĂŒck,versperrtdieTĂŒrundgeht fort,kehrt,nachdem sich„derWahnsinn,derdieganzeZeitĂŒber ihrGehirnumklammerthielt“, gelösthatte,aberzurĂŒckundfindetdasKind,zwar„blaugefrorenamganzen Körper“,834 aber lebendigvor. Krisen-undÜbergangszustandistauchdieKrankheitMariannes,Protago- nistin inLöwenzahn,nachdemTodderSchwester,beidersievorĂŒbergehend dasAugenlichtverliertundsechsWochenlangandasBettgefesselt ist: WochenumWochen lag ich. [
]alleswarRuhe.LeereundFinsternis. [
]Ichdachte: Gut,esgibtvielleichtaucheinsolchesLeben:womanstill imBette liegtundnichtssieht. Manhat schließlich einZimmerunddieElternhaben einen lieb;manbekommtalles. ManistabgeschlossenvonallerFeindschaftundvonallemHaß. (LZ2118f.) DasZuhause,dasZimmer,daseigeneBettalsmöglicherOrtdesRĂŒckzuges vorder feindlichenWelt inderZeitdesHeranwachsens tauchtbeiFeldmann anmehrerenStellenauf: IchhĂ€ttenichthinaufgehensollen.Manbleibt zuHause in seinenvierWĂ€nden–dann kanneinemnichtsgeschehen. [
]WaswirdspĂ€ter sein?Wiekannmansichvorallem Furchtbaren,dasesgibt, retten?(LZ2168) 830 Ebd.:S.  7. 831 ArthurSchnitzler:Therese.ChronikeinesFrauenlebens.Fischer.Berlin1928. 832 Ebd.:S.  7. 833 Ebd.:S.  7. 834 Ebd.:S.  7. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Title
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Subtitle
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Author
Elisabth H. Debazi
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Size
15.8 x 23.4 cm
Pages
306
Keywords
L
Category
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand