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3.3 Briefe1940
aber keine gekommen. Ich komme Freitag nachmittags um halb vier.
Bitte schreibmir,woDuso liebwarst, dasZimmerzu reservieren. Ich
habe einen kurzen Entwurf zum ,Sokrates‘ geschrieben, – bin ein wenig
müde.Auch indie ,Sizilien‘ habe ichwiederhineingeschrieben.Freue
mich sehraufWien.
DasLiebsteundSchönste!
46)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],o.D.
[1.7.1940?]
M.l.H.,
ich danke Dir vielmals für Dein liebes Brieferl und freue mich schreck-
lich,dassDukommst.DenkDir, vielleicht fahre ichvorher sogarnach
Wien.DenndieFilmleute fangenan,michwegendesFilmszusekkieren
(wie ichesvorausgesagthatte)undwollenmitmir „reden“.Siefinden,
dass viel zu wenig vom Bahnhof darin vorkommt. Ich habe ihnen in-
zwischen andre Arten von Vorschlägen gemacht und warte die Antwort
ab.
Ein Zimmerlein werden wir für Dich schon finden, wie Du es willst,
wenngleichdasGrand-Hotel inderTatnichtaufsperrt.M.H.,wiekannst
du nur glauben, daß mir irgendeine Gesellschaft lieber wäre als Deine, –
ganz abgesehen davon, daß ich, eigentlich, gar keine habe! Denn ans
andre Ufer fahre ich selten, mit den Leuten | ist im Moment wieder
einmal kaum zu reden, es ist also sehr gut, dass die Nachricht vom
schaukelndenElefanten siewiedereinwenig insGleichgewichtbringt.
Und in der Ried bin ich auch nur gelegentlich am Abend. Aber auch
meinenNabelhabe ich– ichKleinod imLotos! –nuneigentlich schon
genug betrachtet, sodaß mir alles klar geworden ist. Das alles wäre aber
auch sonst nicht das geringste Hindernis gewesen, mich auf Dich zu
freuen.
Mir ist nur gräßlich leid, daß Du erklärst, Du könntest zwischen dem
5. und 15. nicht kommen. Daß Du da nicht ganz au fait bist, ist doch
keinwirklichesHindernis!Manweißdochnicht,wasdieZeit bringen
wird. Warum also sie versäumen? Ich stelle mir vor, daß ich etwa Mitte
derWochevondenFilmleutenNachrichthabe,dass ichEndederWoche
oder anfangs der nächsten auf einen Tag nach Wien kommen müßte
und | daß wir dann etwa gemeinsam herausführen, oder (wenn Dir das
aus mancherlei Gründen nicht ganz das richtige schiene) sehr bald nach
einander. Fassenwir also dochetwa den10. ins Auge;denn viel länger
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik