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3.3 Briefe1940
denFilmleuten:doch sooder so, ich rechnedamit, dassDuetwaMitte
nächster Woche da bist, – ob Du nun allein reisest, mein H., oder ob wir
zusammenvonWienherfahren.
Alles unter der Voraussetzung, dass keine Elementarereignisse eintre-
ten.
Die ersten Mitteilungen Deines Briefes haben mich natĂĽrlich betrĂĽbt,
wenngleich | es vielleicht nicht einmal richtig war, sich davon betrĂĽben
zu lassen.Schonals ichabendsheimging(wodannDeinBrief lag) lief
mir eine schwarze Katze ĂĽber den Weg, und vor mir ging eine Person.
Aber diese Person ging nicht als erste ĂĽber die Spur, sondern sie bog
nach linksab; sogingdenn ichals ersterdrĂĽber.
Doch Katzen hin, Katzen her, – wenn Ihr mit Hans verhandelt, und
wenn das zu etwas fĂĽhrt, so kann das nur zu seinem Nachteil sein, denn
wenn Ihr zu verhandeln nicht nötig hättet, so tätet Ihr’s ja nicht. Ich bin
neugierig, was er tut. Aber er wird wohl nicht viel anders können, als
zulagen[sic!].DamitwäredasGeschäftlicheauf langeerledigt.
Ich hoffe, Dir in jener verdammten Filmsache | bald Nachricht geben
zu können. Auch mit dem Roman für die „Wehrmacht“ haben sie’s
plötzlich immereiligerundeiliger,–ohneaberdassdieVoraussetzungen
dafür geklärt werden. Doch haben sich die Leute in einem Brief, den
ich heute erhalten habe, erbötig gemacht, durch das Oberkommando
nachbohrenzu lassen,und ich schrieb, sie solltendasnur tun. –
Bin rechtbetrĂĽbt.Gut ist anderganzenSachenur,dass ichmirum
Olga nicht mehr so viele Sorgen zu machen brauche. Das ist schon
etwas – und man soll ja überhaupt seine eigenen Wünsche hinter edlere
Regungen zurückstellen. Das liest sich in Romanen recht schön, ist
aber in Wirklichkeit schwer. Nur tut man’s, als anständiger Mensch,
schlieĂźlichdoch.Man tutes| sogarganzvonselberundkommtauch
aufgarkeineandre Idee.Das ist es ja. Ichbinneugierig,wasdasnoch
alleswerdenwird.
Nun,m.H.,denkenwiranetwasandres. IchgebeDir sofortNachricht,
sowie ich etwas weiĂź. Vielleicht sehen wir, wenn Du dann da bist, doch
einen Hasen und können ein bißchen mit ihm Konversation machen.
Denngegenmichallein sind sie janicht sehrmitteilsam.
DasLiebsteundSchönste!
d.2.VII.
N.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik