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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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3 Briefe Wahnvorstellungen von einem solchen. Man soll niemals alles getan haben,wasmanhätte| tunkönnen.Manwird sonstüberflüssig. Dochdiesnurnebenbei: Schreibmir rechtbaldwieder,meinHase! DasLiebsteundSchönste! Neni. Grüsse O.C. herzlichst und viele Male. Bitte telefoniere Sándor, ich ließe ihmaufrichtig fürdieSeeleunddenBrief danken.Z. geht es sehr gut. P.S. Der Film ist angekommen, und ich habe ihn an Dich weiterge- schickt. Ist er gut? 54)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],13.[9.1940] L.L.,m.H., vielenDank fürDeinBriefleinvom11. Ich freuemich,daßderFilm gut geworden ist. Inzwischen wirst Du ja auch mein Brieferl mit den Masken erhalten haben. Es war, wie gesagt, nicht mehr ganz feststell- bar, wie es sich damit verhält, und so haben wir Dir ein Assortiment zusammengestellt. Was Du in meinem letzten Brief nicht ganz verstanden zu haben scheinst, ist das folgende: indemAugenblick, inwelchemeinKünstler alles gesagt hat, waser zu sagen hatte, hört er auf zu leben. Und sicher lebenauchdieandernMenschennurso lange,bis siegetanhaben,wozu sie da sind. Man weiß nicht, | was es ist, wozu sie existieren. Aber irgendetwas ist es, und beim Künstler ist es am deutlichsten. Es lässt sich insbesonderebeiWildeundbeiStifternachweisen. Habe ich nun gesagt, ich müsse mir mit selbst sparen, so ist das vielleicht nicht ganz richtig. Es spart wahrscheinlich mit mir. Ich bin entweder sehr untalentiert oder sehr spätreif. Nehmen wir – da ich die Ahnung von vielen Dingen habe, die ich eigentlich leisten sollte, – das letztere an. In meinem Alter hatten sich viele andre Künstler schon völlig vollendet. Ich kann Dir aber gar nicht sagen, wie außerordentlich unvollendet ich bin, – so sehr sogar, dass ich wirklich an mir selber zweifle. Denn ebenso sehr, wie ich manchmal glaube, noch sehr viel zu tunzuhaben, ebenso sehrfinde ich,was ichbis jetzt getan, voneiner argenKümmerlichkeit. | Andrekönnendas sehr schwerbeurteilen, – istmansichdochmeist darüber gar nicht im Klaren, was die Menschen, oder einzelne von ihnen, schon außerordentliches vollbracht haben. Es wird mir freilich 130
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Title
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Subtitle
Briefe 1938-1945
Author
Christopher Dietz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
468
Categories
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