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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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3.4 Briefe1941 Hiergibt es einenFeldwebel vonFradeneck. (SolcheZusammenstel- lunggibt es).Er ist ausKärnten,undmeineMutter erzählteoft etwas von der „alten Fradeneck“. Es ist – ungefähr – die alte Sunstenau aus demKapitel Silverstolpe, –oder soähnlichmußsiegewesensein. – Ich würde unendlich viel dafür geben, wenn ich wüßte, was sein wird, –nichtnur soweitmansich’s ausrechnenkann, sondernwirklich. Aber unsere natürlichen Mittel dazu sind verschüttet. Immerhin: ich nehme an, daß die Bewegtheit aller Schicksale in diesem Jahr auch weiterdauernwird, vielHinundHer, vielÜberraschendeswirdesgeben. MeinHase,vielleichtfindeichheuteoder|morgenvonDireinBrieferl vor. Ich meine: es ist eine lange Zeit vergangen, seitdem wir uns in Ischl Lebewohlgesagthaben.Es sindnochnicht einmaldreiTage, abermir scheint, es sind [sic!] viele Wochen her. Es vollzieht sich ungeheuer viel undsehr schnell.AberwennmandieZeit ansieht, so scheint sie stille zu stehen. Ichhoffe sehr,Dir ist dieZeitnicht so langsamvergangen. Führt Dich niemand an der Hasenpfote, wenn Du ausgehst? Mein Hase, was wird wohl mit uns noch alles werden! Jetzt geht’s ja noch. Aber was wird sein, wenn die Zeit fortschreitet? Denn so ist sie, die Zeit: wenn man nicht hinsieht, ist sie doch gleich um ein Stück weiter, und wennmannicht auf sie achtgibt, so scheint sie verloren. VieleKüsse,unddasSchönsteundLiebste! Berlin, d. 17.Spt. 1941. Neni. 94)AnMariaCharlotteSweceny,Berlin, 19.9.1941 Berlin,W8,d.19.Spt. 1941. Mein lieberHase, ich danke Dir viele Male für Dein Brieferl (das auf blaues Papier geschrieben ist). Mir ist sehr leid, daß Du’s in Wien kalt hast, – und daß Du traurig bist. Ich bin auch sehr traurig, mein Hase. Die Leute behaupten zwar, es werde alles gut ausgehen, – aber ich weiß nicht wann;und ichglaubeüberhaupt nicht rechtdaran. Ichhabe jetztdiese Tage weniger zu tun, das heißt: ich muß nicht draußen sondern hier im Hôtelwarten,daßes späterwird. Für das, was ich am Bismarck-Film schon gearbeitet habe, wollen sie mir2000Markgeben,–undwennichweiterarbeitenkann, sobekomme 165
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Title
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Subtitle
Briefe 1938-1945
Author
Christopher Dietz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
468
Categories
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