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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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3.5 Briefe1942 dass er, wenn es dann unsere Sprache noch gäbe, in Jahrhunderten ungefähr den Rang eines Alkaios hätte, oder Hölderlin sich nähernd, oderetwasdergleichen.Eraberweißwirklichnichtsdavon.SchonWilde sagt, daßDichter, die sichdurch ihreKrawattenalsElegants verraten, schlechte Gedichte machen. Er selbst könnte für einen Gegenbeweis gelten, wäre er elegant gewesen. Aber er hat sich’s, glaube ich, bloß eingebildet.Erwar, eigentlich, einganz schlechtangezogenerMensch. Resultat: die „Intentions“. BankóhateinenBriefgeschrieben.Er ist inPotsdamLehrer ineinerArt vonKadettenschule.Dasgiltmir füreigentümlich:esgibtMenschen,die, | wie in einem richtig gebauten Drama, vom Schicksal – dramaturgisch –nicht fallengelassenwerden, sondern immerwiedervorkommen. Wenn ichnur schonRittmeisterwäre!EherhörtderKriegnichtauf. Dann aber nimmt er bestimmt eine Wendung zum Aufhören. Es steht uns in diesem Jahr noch sehr schweres bevor. Ich weiß nicht, ob wir selbst die Dinge, die wir bestehen müssen, werden lenken können, – bestehenwerdenwirnochvieles. Ich sprachebenmitPodehl.Er fährtheuteodermorgennachWien, und ich habe ihn gebeten, Dich sogleich aufzusuchen und Dich viel- mals zu grüßen. Ich habe mit ihm eine Bindung an die Wiener Film AG besprochen. Bitte mach auch Du ihn auf die Notwendigkeit dieser Lösung nochmals aufmerksam. Es ist nämlich ein Erlass heraus, dass „Kulturschaffende“zubeurlaubensind. Ichdenkemir: ab1.Mai.Hoffen wir’s. EswärediesesArrangement rechtgünstig. Wenn mir mein Hase kein Briefpapier schickt, werde ich meinem HasenkeineBrieferlnmehr schreibenkönnen,dennhiergibt eskeines. IchkanndochnichtaufKräuter schreiben!M.H.,wer führtDichdenn an der Pfote? O Gott, valoofst Du Dich wohl nicht? Was macht Deine Krankheit? Mir tut das Kreuz ein wenig weh. Ich gehe in Stiefeln und Sporen (sehr nützlich zum Dichten) herum wie der alte Kottwitz, leicht nach vorne gebeugt. Ich werde übrigens mit unbeschreiblichem Vergnügen älter. Was für ein Esel muß man doch sein, ewig jung bleiben zu wollen! Hier gibt’s zwar im Prinzip wenig zu trinken, in praxi aber doch eine Menge von Alkoholien. Sonderbarer Widerspruch, – aber es ist so. Nun, es kann sich ändern. – Mit Forzano mußte ich den ganzen Samstag und Sonntag wällisch reden. Ich tu’s natürlich viel leichter als französisch oderenglisch.Merkwürdig ist’s auch,wenn ichSlawischhöre. Ichver- steh’snicht,undes istmirdoch,alsob ich jedesWortverstünde.–M.H., 187
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Title
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Subtitle
Briefe 1938-1945
Author
Christopher Dietz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
468
Categories
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