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6.2 „DergeboreneVerleger“:MarkusStein,derGroßvater
einem Standbein in Österreich und jenes Markus Steins nach einer
Berufstätigkeit inderHauptstadt)glücklichbegegnet sein.
6.2.2 IndieHauptstadt
ImJahr1876waresdannsoweit:DieFirmaJuliusKlinkhardtwurde
in der Wiener Hegelgasse25 gegründet. Das Gründungs-Zirkular der
Firma „Julius Klinkhardt & Comp.“ vom 1. Juni 1877 wies Markus Stein
bereits alsProkuristenaus. ImselbenJahrwarSteinmit seinerFamilie
nachWienübersiedelt.Kurzzuvor,1874und1876,galt esnoch, zwei
Schicksalsschläge zu verschmerzen: das zweite Kind, Rosa, und das
dritte, Anna, verstarben kurz nach ihrer Geburt.26 Der Erstgeborene,
Richard,war1871nochimmährischenProßnitz27,woMarkusalsLehrer
tätiggewesenwar, zurWelt gekommen.
GeheiratethatteMarkusSteinamDreikönigstagdesJahres1869dieaus
demböhmischenHotzenplotz/OsoblahagebürtigeNanetteReik,Tochter
des Gabriel Reik und der Fanny Hirsch.28 Dem Bräutigam selbst sind
einigeDetailsdarüber zuverdanken,wieer seineBraut, „eingraziöses
Kind, schnippischundvollLachlustundheitererLaune“29, kennenlernte,
er selbst ein „jungerMannvonzwanzig Jahren,mit einemGesicht, das
der Manzschen Verlags- und Universitätsbuchhandlung am 25. Mai 1949. In: Festreden
anläßlich der Betriebsfeiern zum 100jährigen, bzw. 125jährigen Firmenjubiläum der
ManzschenVerlagsundUniversitätsbuchhandlung. o.O. [Wien]:Manz’scheVerlags-und
Universitätsbuchhandlungo.D. [1974],S.1–20,hierS.3).
25 „[...] ineinemkleinenBüro inderHegelgassebegannHerrStein seineTätigkeit, und
diese stützte sich auf seine Freunde und früheren Kollegen in der österreichischen
Lehrerschaft [...]“ (ebd., S.5). Zufällig befindet sich heute ganz in der Nähe in der
Johannesgasse23(ebenfalls inWien I.)dasheutigeVerlagsbürodesVerlagsManz.
26 Mumelter: Die Geschichte des Verlagshauses Manz erwähnt die beiden Töchter nicht; das
Wissen um ihre – kurze – Existenz ist den Recherchen Thomas Brezinkas zu verdanken,
der sie in seinem sehr hilfreichen Stammbaum der Familie Stein anführt (Brezinka:
ErwinStein, S.242).
27 UndnichtetwainWien,wieMumeltermeint(Mumelter:DieGeschichtedesVerlagshauses
Manz, S.153).
28 Der Vorname ist ungewiss: Einmal ist „Jenny“ (Übertrittsprotokoll [ÜbProt] der evang.
GemeindeH.B.1886/006), einmal „Fanni“ (Geburtenbuchder IsraelitischenKultusge-
meinde 1878/G1979) zu lesen (siehe Anna Staudacher: Jüdisch-protestantische Konver-
titen inWien1782–1914.Teil 2. Frankfurt amMainu.a.: PeterLang2004,S.695,FN
681bzw.683).
29 Markus Stein: „Unser Roman beginnt ...“ (Rede anlässlich der goldenen Hochzeit von
Markus und Nanette Stein am 6.1.1919). o.O. [Wien]: Manz’sche Verlags- und Universi-
tätsbuchhandlungo.D. [1919],S.[1].
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik