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6.3 „RastlosePflichterfüllung“:RichardStein,derVater
so der Verlag in der bereits erwähnten Todesanzeige, „einen Führer von
seltener Umsicht und Tatkraft, der sein Leben in aufopferungsvoller
Arbeit ganz indenDienstunseresUnternehmensgestellt hat.“DieBe-
legschaft ergänzte in einer eigenen Mitteilung: „Wir verlieren in dem
allzufrühVerblicheneneinenChefvollwärmsten sozialenEmpfindens,
einenFreundgĂĽtigenHerzens,dessen rastlosePflichterfĂĽllungunserer
Arbeit stetsVorbild seinwird.“
Der Verlust zwar zweifellos groĂź. Besonders schmerzlich muss ihn
der Vater Markus empfunden haben (Richards Mutter Nanette war
bereits am 5. Juni 1930120 verstorben). Als er im hohen Alter von 89
Jahren am 29. Mai 1935 selbst starb, hatte er seinen Erstgeborenen um
zweieinhalb Jahre ĂĽberlebt. Im Branchenblatt war ĂĽber Markus Stein
zu lesen: „Der Verblichene war einer der bedeutendsten Buchhändler
Ă–sterreichs, eine Zierde seines Standes; er genoĂź die Verehrung Aller,
diemit ihmbekanntwurden.“121 Die„Gesellschaft fürdieGeschichtedes
Protestantismus imehemaligenund imneuenÖsterreich“,derMarkus
Stein seit 1909 als Schatzmeister angehört hatte, ergänzte: „Ungeachtet
der bedeutsamen Erfolge, die er erzielte, und des erstaunlichen Wissens,
das er sich aneignete, blieb er fĂĽr seine Person in vornehmer Gesinnung
bescheidenundzurückhaltend.“122
Das Zweiergespann hatte dem Verlag eine hervorragende Stellung
erarbeitet. Inden1920er-und1930er-JahrenwarManzerfolgreich in
denSpartenLiteratur,Kunst, Pädagogikund, vorallem,Recht tätig.123
Richard hatte die von Markus begründeten „Manz’schen Gesetzesaus-
gaben“ vervollständigt und den Verlag mit „Kreativität, Konsequenz,
Motivationstalent und Sparsamkeit“124 durch die schwierigen Jahre
währenddesundnachdemErstenWeltkrieggelenkt.Dienächste, für
den Verlag womöglich noch existenzgefährdendere Krise, die sich durch
den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich ergab, musste weder
MarkusnochRichardmiterleben.
120 Sterbematrikel HB 1930/027, zit. nach Staudacher: JĂĽdisch-protestantische Konvertiten
inWien1782–1914.Teil 2, S.695FN681.
121 Anon.: o.T. [Nachruf Markus Stein]. In: Anzeiger fĂĽrden Buch-, Kunst- und Musikalien-
handel14(Juni1935),S.73.
122 V[ölker]:MarkusStein†,S.168.
123 Auf dem Kopf des Firmenbriefpapiers hieß es in diesen Jahren: „Manzsche Verlags-
und Universitätsbuchhandlung: Rechts- und Staatswissenschaft – Volkswirtschaft –
Pädagogik–KunstundSchöneLiteratur–CollectionManz“ (SteinFA).
124 ManzGmbH(Hrsg.):150JahreManz.Manz’scheVerlags-undUniversitätsbuchhand-
lung1999,S.16.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik