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6.3 „RastlosePflichterfüllung“:RichardStein,derVater
dürfte ihrdabei ebensogeholfenhabenwiedieTatsache,dass siewäh-
rendderKriegsjahre ihreWohnungnurverließ,wennesunbedingtnötig
war.141
Emmy von Sax führte nach dem Krieg ihre Tätigkeit als Debitoren-
Buchhalterin im Verlag Manz fort und verstarb 87-jährig am 23. Dezem-
ber1969.
Helene Stein, die Viertgeborene,142 kam am 18. März 1884 in Wien zur
Welt. Als knapp Zweijährige wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter und
ihren Geschwistern Erwin und Emma ebenfalls auf das evangelische
BekenntnisH.B. getauft.143
Da Helene nicht im Verlag arbeitete, sondern Malerin wurde, sind im
FamilienarchivwenigeDatenübersieüberliefert.EinederwenigenQuel-
len zu Helene Winger-Stein ist ein Internetprojekt der Kunsthistorikerin
TamaraLoitfellner,Österreichs vergesseneMalerinnen144,wonachzulesen
ist, dass über Helene Wingers „Ausbildung und ihren künstlerischen
Werdegang [...] bis dato nichts bekannt“ sei. Die Autoren des Eintrags
zu Richard Stein im Österreichischen Biographischen Lexikon 1815–1950
vermuten, dass Helene bei ihrer Berufswahl „durch den Kontakt zu
zahlreichenKünstlern imKunstsalon ihrerFamilie inspiriert“145 wurde
(darunterOskarKokoschka, sieheS.383).
ÜberdieKunstHeleneSteins schreibt Loitfellner:
In dem von heller, lichter Farbgebung geprägten Werk Helene
Winger-Steins ist der Einfluss der französischen Fauvisten zu erken-
nen. Sie stellt zwischen 1913 und 1919 mehrmals in der Wiener
Secession und im Künstlerhaus aus. Ihre Werke sind in wenigen
AusstellungenderVereinigungbildenderKünstlerinnenvertreten.
141 Markus F. Stein: Persönliche Mitteilung an den Verfasser (Tonbandprotokoll). Wien.
16.Juli2009.EineGesellschafterin, soStein,habedieBesorgungenetc.gemacht.Emmy
habe während der letzten Monate des Kriegs einen Schenkelhalsbruch erlitten und den
Bruchmit absoluterBettruheauskuriert (BarbaraNetscher:PersönlicheMitteilungan
denVerfasser [E-Mail].Ronneburg.1.Apr. 2011).
142 Bezieht man die beiden früh verstorbenen Töchter Rosa und Anna nicht mit in die
Zählungein (vgl. S.341).
143 Staudacher: Jüdisch-protestantische Konvertiten in Wien 1782–1914. Teil 2 S.96, FN 172.
TaufpatinwarGertrudNeurath, „Professorsgattin“, siehe ebd. S.695FN685.
144 Tamara Loitfellner: Österreichs vergessene Malerinnen. URL: www.frauenkunst.at,
abgerufenam10.Sept. 2010.
145 Gruber/Mentschl:RichardStein,S.156.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik