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6.6 MariaCharlotteStein (verh.Sweceny)
im bester liberaler Tradition wirtschaftliche TĂĽchtigkeit mit kulturellem
Engagementundbeauftragtenbzw. förderten führendeKünstler ihrer
Zeit. Es war bereits davon die Rede, dass Arnold Schönberg nicht nur
von der mentalen UnterstĂĽtzung seines SchĂĽlers Erwin Stein profitierte,
sondern auch von des Buchhändlersohns leichtem Zugang zu Notenma-
terial (vgl.Kap.6.3.5);Adolf Loos,der indiesenJahren inderWiener
Innenstadt einige seinerwichtigstenWerke218 schuf,wurdemit einem
Geschäftsportal für die Buchhandlung im Erdgeschoss des 1892/93
erbautenStadthausesbeauftragt.219
Ein „Nebeneffekt“ der Beschäftigung Loos’ als Architektwar wohl die
Beauftragung eines weiteren, ebenfalls notorischen KĂĽnstlers dieser Jah-
re, Oskar Kokoschka (1886–1980). 1909 ließ Richard Stein sowohl sich
selbst als auchseinebeiden jĂĽngerenKinderWalterundLotte (damals
achtbzw. fĂĽnf Jahrealt) vonKokoschkamalen.MitdemErgebnisdĂĽrfte
RichardSteinnicht recht zufriedengewesensein:DieFamilienĂĽberlie-
ferungbesagt, dassdieBildernichtaufgehängtwurden.220 Überhaupt
dürften die beiden Aufträge eher durch Vermittlung als durch eigene
Neigungzustandegekommensein:1909hatteAdolf Loosden jungen
OskarKokoschkaunter seineFittichegenommenunddamitbegonnen,
ihm Aufträge aus dem Kreis seiner Freunde und Geschäftspartner zu
vermitteln.221 „DasPorträt vonDr.Robert [recte:Richard]Stein,dem
Inhaber der Universitätsbuchhandlung Manz, der Loos mehrmals mit
Aufträgenbedachte,unddasBildnis seinerKinderentstandendamals
[...].“222 DieerstenAufträgedieserArtkamen imSommer1909zustan-
de;223 dieStein-Bildnisse zähltenalsowohl zudenerstenAufträgen,die
Loos seinemSchĂĽtzlingverschaffte.224
218 Wohn- und Geschäftshaus Goldman & Salatsch, Michaelerplatz 3 (1910–1911), Schnei-
dersalonKniĹľe,AmGraben13(1913).
219 Vgl. auchKap.6.3.3.
220 SusanneStein-Dichtl:PersönlicheMitteilungandenVerfasser(Mitschrift).Wien.16.Juli
2009.
221 Vgl.W. J. Schweiger: Der jungeKokoschka, S.118.
222 Rukschcio/Schachel: Adolf Loos. LebenundWerk, S.143.
223 Vgl.W. J. Schweiger: Der jungeKokoschka, S.118.
224 Da Loos sich verpflichtet fühlte, die Bilder „der von ihm vermittelten Porträtaufträge
selbst zu nehmen, wenn sie dem Dargestellten nicht gefielen“ (ebd., S.117.), befanden
sichauchdiesebeidenGemäldevorübergehend in seinemBesitz.ZurProvenienzder
BilderKokoschkasvgl.Winkler/Erling: OskarKokoschka.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik