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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
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204 ImNamenderEmanzipation alsAntagonismuszumDeutsch-Sein« (Shooman2014a:67).Auchimhierun- tersuchtenMaterialtauchenethnischgrundierteAntagonismenauf.Muslim- SeinwirdhieralsGegensatzzuÖsterreichisch-Seingesetzt.Dieslässtsichoft anhandvonNebenbemerkungennachvollziehen.AufdieFrage,wodasThe- ma Islam in ihrerArbeit amhäufigsten vorkommt, reagiert die Journalistin einerTageszeitungso:»Ichhab’ganzoftschonmitdemThemazutungehabt, dasgehtvon…(Seufzen)KriminalgeschichtenwomuslimischeLeutebeteiligt sind–wiestelltman’sdannandersdar,alswenn’sÖsterreicherwären?«(D1f). »MuslimischeLeute« sindhier ganzklar keineÖsterreicherInnenundmüs- senspezifischdargestelltwerden.SpäterbeschreibtdieselbeJournalistindas Problem, angemessene Bildillustrationen für Geschichtenmit Islam-Bezug zufinden.HäufigwerdeaufFotosvonKopftuchtragendenFrauenzurückge- griffen,erzählt sie,weilmandenMenschendenIslamsonst janichtansehe: »DieBebilderung, ja…einemuslimische Frau,die jetzt keinKopftuch trägt oderkein langesKleid,dieschautauswieeineWienerFrau« (D1f).Damit ist vielüberdieBedeutungvonVisibilität indermuslimischenFragegesagt.Die befragte JournalistinsuchthiernachStrategienderKenntlichmachung jener Frauen,die sienichtzurGruppeder»WienerFrauen«zählt. Mehrfachwird inden InterviewsdieDebatte darüber aufgerufen, ob in derKriminalberichterstattungdieNationalität vonTäterInnengenanntwer- densoll.UnterdenBefragtengabesKritikerInnenebensowieBefürworterIn- nendieser inösterreichischenMedienweit verbreitetenPraxis.Bemerkens- wert sindnicht so sehrdieArgumente,die dafür oder dagegen vorgebracht werden,sonderndieTatsache,dassdasThemaüberhauptsohäufigangespro- chenwird.SiesignalisiertdiehieralsEthnisierungbezeichneteDynamik:Wo nachIslamundMuslimInnengefragtwird,kommenAntwortenzu»Türken«, »Tschetschenen«, »Migranten«oder »Ausländern« (B1m;B2m;C1m; J2f).Ein Befragter reagierte auf die Frage, obMedien seinerMeinungnachdenThe- menkomplexIslambehandelnsollten,starkzustimmend:»Alsosowiewiruns verstehenistesglaubichunbedingtnotwendig,weilwir–sowiealleMedien letztlich–denMenschen ja von ihremLebenerzählen, von ihremAlltagsle- ben erzählenwollen.«Daran schließt er dieBeobachtung an,dass in seiner Wohngegendder»Anteilder türkischenMitbürger«kontinuierlichgestiegen seiund »dasswir ganzeViertel haben, die sehr stark geprägt sind von türkischen, aberauchanderenislamischenNationalitäten,diezuunsgezogensind.Das hatAuswirkungenbishinzudenSchulen,wowirauchschonSchulenhaben
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Title
Im Namen der Emanzipation
Subtitle
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Author
Benjamin Opratko
Publisher
transcript Verlag
Location
Bielefeld
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
366
Keywords
Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Categories
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