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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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7      VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 261 siert wird, keine Ahnung, die Hinrichtungen oder die Frauensituation in Saudi-Arabien. Dann bekommtman schon sehr viel Zustimmung von der ganzrechts-rechtenSeite.Alsofürmich,sag’ icheinmal,denBeifallvonder falschenSeite«(E1m) SolcheAussagenkönntenalsBeispielefürdasvorallemindersozialpsycholo- gischenSurvey-ForschungvieldiskutiertePhänomendessozial erwünschten Antwortverhaltens interpretiertwerden.Auch inder anqualitativenMetho- den orientiertenRassismusforschungwird immerwieder darauf hingewie- sen, dass in einemgesellschaftlichen und politischenKontext, in demRas- sismus allgemeingeächtet oder gar strafbewehrt ist, persönlicheDistanzie- rungen als verinnerlichte Strategiender Selbstinszenierunggelesenwerden können (Weiß 2012: 95-96).Wie derRassismusforscher Teun vanDijk in ei- nemklassischen Aufsatz dazu festhält: »[I]n present-day European andUS societies,wherediscriminationandracismareofficially banned,andnorms havedevelopedthatdonot tolerateblatantexpressionsofoutgrouphate,de- nial takes amuchmore prominent role in discourse on ethnic affairs« (van Dijk1992:95).Erzeigtdarüberhinaus,dassdie individuellewie institutiona- lisierteDistanzierungoderVerleugnungvonRassismus»alsohasaprominent roleintheveryreproductionofracism«(vanDijk1992:96).DieDistanzierung vonRassismus indiesemSinnenimmtdannetwadieklassische rhetorische Form»Ichbin jakeinRassist, aber…«an.Diese taucht imuntersuchtenMa- terial allerdings nur selten auf. Indenoben zitiertenBeispielenwerdendie Distanzierungenvonrechtsnichtdurchein»aber«relativiert;esbestehtkein Anlass,ihreAufrichtigkeitanzuzweifeln.AndereBefragtefügensehrwohlein »aber« an.DerRedakteur einerQualitätszeitungbetont amEnde einer län- gerenPassage, inder er argumentiert,Bildungwerde »durcheineTradition desLernensoderNicht-Lernensvererbt« (vgl.Kapitel 5.2.4): »Und ich sageganzungeniert, ich glaub’, dass ich genügendEmpathie für dasSchicksalvonMigrantenaufbringe,dassmanaberauchebendieReali- tätsehenmuss,dennnurwennmansiesiehtundanerkennt,kannmanwas dagegenmachen.«(J1m) DemVerweis auf die eigene »Empathie für das Schicksal vonMigranten« kommt hier deutlich die Funktion zu, sich als nicht-rassistisch zu positio- nieren, imBewusstsein, dassmanche Aussagen als rassistisch interpretiert werdenkönnten.Dafürsprichtnichtnurdasklassische»aber«,mitdemder Satzweitergeführtwird,sondernauchdierhetorischeGestezuBeginn(»Und
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Title
Im Namen der Emanzipation
Subtitle
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Author
Benjamin Opratko
Publisher
transcript Verlag
Location
Bielefeld
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
366
Keywords
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Categories
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