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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
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272 ImNamenderEmanzipation Zusammenhang prägnant so zusammen: »Frauenrechte, das ist das was mich ammeisten trennt von der islamischenWelt, oder von großen Teilen der islamischenWelt« (D1f). Nun kannmit Blick auf die unterschiedlichen Verläufe der Kampfgeschichte feministischer Bewegungen konstatiert wer- den, dass patriarchalen Strukturen an verschiedenenOrtenunterschiedlich viel anEmanzipationundGleichberechtigungderGeschlechter abgerungen werden konnte. Doch das erklärt weder, weshalb die Geschlechter- und Sexualpolitik zu einem so dominantenThema in der muslimischen Frage geworden ist, noch, weshalb sie sich überwiegend in einer abgrenzenden, nicht in einer verbindendenHaltung äußert. Statt tatsächlicheDifferenzen in der Durchsetzung feministischer Forderungen als Grundlage antimus- limischer Diskurse anzunehmen, soll hier also im oben skizzierten Sinne gefragt werden, was diese Aussagen über den Zustand des Eigenen, das »prekäre Innen« (Dietze 2017: 21) verraten. Zu klären ist also warum, wie PeterMorey undAminaYaqin schreiben, »[Islam’s supposed] backwardness is exemplified in [Muslims’] treatment of women and control over their sexuality« (Morey/Yaqin 2011: 177). In feministischen und queeren Analysen wird diese Frage seit rund zehn Jahren prominent anhand zweier Begriff diskutiert: »Homonationalismus« (Puar 2007, 2013; Ahmed 2011; El-Tayeb 2012; Haritaworn 2015; Petzen 2012) sowie, daran angelehnt, »Femonatio- nalismus« (Farris 2011, 2012, 2017;Hark/Villa 2017) dienen zurBezeichnung der Verstrickung bzw. Komplizenschaft feministischer, LGBT- und queer- politischerDiskurseundAkteurInnenmitantimuslimischemRassismus(vgl. Ҫetin 2014). Jasbir Puar entwickelte den Begriff des »Homonationalismus« imRahmenihrerGenealogiepolitischer,kulturellerundökonomischerStra- tegien,dieindenUSAbestimmte–›weiße‹, liberale,dieheterosexuelleNorm nicht gefährdende–Varianten homosexueller Identitäten positiv besetzen, ökonomisch verwertbarmachenund zumAusweis eines nationalen »sexual exceptionalism«geraten lassen (Puar 2007).DieKonstruktionmuslimischer Anderer als inhärent homophob biete nicht nur Grundlagen für paterna- listische politische Praxen (»white queer (men) saving brown homosexuals from brown heterosexuals«, Puar 2013: 35), sondern auch Rechtfertigung für imperialistische Kriege im Namen sexualmoralischer Überlegenheit. Diese These übertrugen AutorInnen wir Jin Haritaworn, Fatima El-Tayeb oder Jennifer Petzen auf die Analyse europäischer Konjunkturen. Auch wenn sie nicht direkt in imperialistische Kriege verstrickt sind, wirkten homonationalistische Diskurse demnach etwa in deutschen, holländischen und dänischen »Integrationsdebatten« (El-Tayeb 2012, 2015: 186-243; Ha-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Title
Im Namen der Emanzipation
Subtitle
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Author
Benjamin Opratko
Publisher
transcript Verlag
Location
Bielefeld
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
366
Keywords
Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Categories
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