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Anton Kuh - Biographie
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187 »Eine Unternehmung wie jede andere«  – »Die Stunde« »Die Stunde« hat einen Geburtsfehler: Ihr Herausgeber, Imre Békessy, 1920 von Budapest nach Wien gekommen, sieht sich als hemdsärmeligen Vertreter des »jungen Kapitals«1 und hat eine, gelinde gesagt, eigen- willige Auffassung von Journalismus. Was er bringt oder nicht bringt, soll jedenfalls ihm etwas bringen. Er versteht sich als Dienstleister  – gegen gutes Geld. Entsprechende Honorierung vorausgesetzt, lanciert er Falschmeldungen, um den Markt zugunsten der Financiers seines Kro- nos-Verlags, Sigmund Bosels und Camillo Castiglionis, zu manipulieren, in dem seit November 1920 »Die Börse« erscheint  – ein Wirtschafts- blatt, das dem Platzhirschen, dem »Österreichischen Volkswirt«, bald den Rang abzulaufen droht und eine ernsthafte Konkurrenz des »Eco- nomist«, des Wirtschaftsteils der »Neuen Freien Presse«, darstellt  –, ab November 1924 das von Hans Liebstoeckl geleitete Unterhaltungs- magazin »Die Bühne« und ab 1925 auch die Rätselzeitung »Die Sphinx«. Er zwingt Unternehmer, Geschäftsleute, wohlhabende Wiener Zeit- genossen zur Zahlung größerer Summen oder erpreßt überhöhte Insera- tenaufträge, indem er mit negativer Berichterstattung über den Ge- schäftsgang ihrer Firmen oder mit der Enthüllung kompromittierender Details aus ihrem Privatleben droht. Die Herausgeber des »Österreichischen Volkswirts«, Gustav Stolper und Walter Federn, bekommen davon Wind und nennen das Kind beim Namen und also Békessy in der Nummer vom 7. Juli 1923 einen »Lüg- ner und Schwindler, der erfundene falsche Nachrichten verbreitet«, und »käuflich«2. Békessy strengt eine Ehrenbeleidigungsklage gegen seine, wie er die Auseinandersetzung sieht, »brotneidigen Konkurren- ten«3 an. Beim Prozeß legt er seine Auffassung von Journalismus offen: Eine Zeitung sei »keine moralische Institution«, sondern »eine Unter- nehmung, die ebenso den wirtschaftlichen Gesetzen unterliegt wie eine Schneiderei oder eine Gastwirtschaft«, »ein Geschäft«, das »auf der einen Seite mit reinen, auf der anderen Seite mit unreinen Händen geführt« werde.4 Békessy zieht die Klage zurück, nachdem in Budapest eine Leumunds- note eingeholt worden ist, die fünfzehn Verfahren wegen Verleumdung, Erpressung, Betrug, Preistreiberei, Aufwiegelung und Diebstahl auf-
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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