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Anton Kuh - Biographie
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232 entwickelt hatte«, so Paul Schick mit etwas verquer daherkommendem Sarkasmus.3 Wie weit Kuh an der Schmutzkübelkampagne schreibend teilnimmt, ist nicht mehr bis ins letzte zu klären. Er macht keinen Hehl daraus, »unter dem Schutzmantel der Anonymität« Kraus angegriffen zu ha- ben  – mit einem offenen Disput hätte er riskiert, sein ganzes Leben lang ein »Geplänkel« mit dem manischen »Antwortgeber« Kraus führen zu müssen. Was die anonymen gegen Karl Kraus gerichteten Beiträge in der »Stunde« betrifft, gibt Anton Kuh bei Vernehmungen als Beschuldigter vor dem Wiener Strafbezirksgericht I am 5.1.19264 wie auch am 9.1.19265 zu Protokoll, »eine Anzahl von Glossen und Notizen« verfaßt zu haben. Es verbergen zu wollen hätte wenig Sinn gehabt, »zu gut wußte die ganze Stadt«, so Kuh, »daß ich es war, der sich des neuen Blattes zur Verspottung des Kraus bediente  – daß ich mich so lange vorher und ohne ›Stunde‹ in diesem Unterhaltungssport übte«.6 Offenbar weiß das auch Karl Kraus. Denn er greift Kuh während der Kampagne gegen die »Stunde« wiederholt persönlich an, gibt seinem Widersacher per »Fackel« Schlag auf Schlag dies und jenes zu verstehen. Versieht etwa den »Farewell« Kuhs an Adalbert Sternberg, in dem Kuh sich als der »in effigie Ausgewiesene« vom »faktisch und endgültig Aus- gewiesenen« mit der Beteuerung verabschiedete, daß er sich mit ihm »wie alle Unverdorrten und Wirklichkeitsvollen dieser Stadt, im Geiste mit ausgewiesen fühle«, mit folgendem Kommentar: »meines Wissens gibt es kein Gesetz, welches zugleich mit der Ausweisung lästiger Ausländer denjenigen Bundesbürgern die Verpflichtung zum Aufent- halt vorschriebe, die sich vom Inland belästigt fühlen«.7 Zweimal um- blättern  – und die verhaltene Aufforderung, sich dem Grafen Sternberg doch anzuschließen, gewinnt an Vehemenz: »Hinaus aus Wien mit dem Schuft!« steht dort zu lesen. Er zeiht ihn im Zusammenhang mit einem lobenden Vorspann, den Kuh zu einem in der »Stunde« abgedruckten Text Fred Hildenbrandts geschrieben hat, der Käuflichkeit.8 Er zitiert kommentarlos eine Passage aus Kuhs Besprechung von Sardous Salon- humoreske »Die guten Freunde«  – in der eindringlich geschilderten Ekelhaftigkeit der von Carl Götz verkörperten Figur soll sich offenbar der Theaterrezensent der »Stunde« gespiegelt sehen9  –, reibt seinem Kontrahenten, indem er das Wort »Neid« spationiert, dessen »niedrige Motive« unter die Nase und gibt ihm durch den Sperrdruck von »Staats- anwalt« zu verstehen, wo dessen Attacken für ihn enden würden. Recht hat Kuh hingegen, wenn er die hanebüchene Schmähung »Cow- boy« auf sich bezieht. Die war so platt wie unmißverständlich auf Kuh gemünzt, daß man es nur als kindisch bezeichnen kann, daß Kraus es
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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