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Anton Kuh - Biographie
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262 »Sensations-Prozeß« heißt der nächste Film, für den er das Drehbuch schreibt, und eine Sensation ist auch die Uraufführung am 23. März 1928 im Titania-Palast in der Steglitzer Schloßstraße, denn der Film hatte bereits vor seiner ersten öffentlichen Aufführung so viel Staub auf- gewirbelt, daß man dieser mit Spannung entgegensah: Er war von der Filmprüfstelle Berlin dreimal verboten worden, und zwar wegen »Ge- fährdung der öffentlichen Ordnung« und »entsittlichender Wirkung«, ehe er mit der Auflage »Darf jedoch vor Jugendlichen nicht vorgeführt werden« freigegeben wurde. Womit dann groß geworben wurde: Der Hinweis »3 Mal verboten gewesen!«  – in penetrantem Fettdruck  – fehlt auf keinem Plakat. Nach Max Brods Schauspiel »Prozeß Bunterbart« entwirft Kuh ein Kammerspiel, dessen wechselvolle Ereignisse er mit der Spannung eines Krimis ablaufen läßt. Abgesehen von einer flüchtigen Exposition ist ein Schwurgerichtssaal der einzige Schauplatz, auf dem im Verlauf eines Prozesses die gesamte Handlung sich rückwärts entrollt. Ein Souper zu dritt: der berühmte Kunstmaler Professor Bunterbart (Carl Goetz), seine attraktive, um einiges jüngere Frau Klarissa (Magda Sonja) und Colonel Sullivan (Anton Pointner) von der amerikanischen Gesandtschaft, der Freund des Hauses. Der Diener (Karl Ettlinger) serviert den Mokka, der ältliche Professor kredenzt übertrieben jovial selbst den Sekt. Am Morgen findet man den Hausherrn in seinem Blut, erschossen, neben ihm der Revolver. Seine Frau wird, an Händen und Füßen und an den Bettpfosten gefesselt und betäubt, in ihrem Schlaf- zimmer aufgefunden. Hat Klarissa Bunterbart ihren Mann ermordet und sich selbst gefesselt und betäubt, um einen Raubmord vorzutäuschen? Die Indizien sprechen gegen sie, der Staatsanwalt (Nicolaus Lovric) erhebt Anklage. Ihr wird der Prozeß gemacht, dessen zweitägige Ereig- nisse den Film bei stets gesteigerter Spannung füllen. Sensationsprozeß, Massenandrang des Publikums, die gesamte Presse hat ihre Berichterstatter und Zeichner (unter anderem Jacques Kapralik) entsandt. Klarissa Bunterbart steht vor den Geschworenen und schil- dert die Nacht, nachdem ihr Gatte ihr den Gutenachtkuß gegeben hat. Sie beteuert ihre Unschuld und erzählt von einem großen Unbekannten Kurier, Jg. 2, Nr. 239, 23.10.1920 [S. 1-2] ]. Eine Erklärung (datiert: »Berlin, 6. März 1920« und adressiert an Herrn Ludwig Schwarz, Berlin Charlotten- burg, Kantstraße 6) im Nachlaß Kuh [NL Kuh (ÖLA 227/04) über die Überlassung aller Rechte »für die ganze Welt und auf unbeschränkte Zeit« am »Filmbuch« »Die Jagd nach dem Tode« für den Betrag von 2500 Mark legt jedenfalls diesen Schluß nahe.
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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