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Anton Kuh - Biographie
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270 ›Köchin aus Leitomischl‹ kann kein Maßstab sein für das Niveau unserer Produktion! Döblin, Hauptmann, Kafka werden von ihr auch nicht ge- lesen, sondern hundertfach Courths-Mahler, Stratz, Herzog  … Warum verlangen wir vom guten Film Zuseherschaft von 30 Millionen? Ge- nügen nicht 3 Millionen Europäer à 1 Mark? Jagt diese 3 Millionen nicht aus dem Kino durch die 27 Millionen Köchinnen aus Leitomischl. Schafft eigene Kinos für sie und uns!«62 Pabsts Optimismus in Ehren  – aber  … Die Wiener »Illustrierte Film- und Kinorundschau« »Mein Film« veröffentlichte im Januar 1930 das Ergebnis ihrer Preisfrage »Welche Filme möchten Sie sehen?« mit dem unmißverständlich appellativen Untertitel »Richtlinien für Film- regisseure und Filmproduzenten!«. Bei den Zuschriften in Vers(en) und Prosa rangiert eins ganz oben: »der Wunsch nach Heiterkeit und Schönheit, die Sehnsucht, aus dem Kampf und den Sorgen des Alltags fort zu ›lichteren Höhen‹ geführt zu werden«, wie der redaktionelle Vorspann resümiert. Konkret wünscht sich etwa die Gewinnerin des Hauptpreises, »Frl. Klärchen Schmidt« aus Sibiu / Hermannstadt, für die der Film »des Menschen Märchenland« ist: »Bedankt sei er [der Film], wenn er uns kündet, / Was man auf Erden, echt, so selten findet, / Die Liebe, groß und wunderbar sei, wenn schon nicht im Leben, / Im Filme uns gegeben!« Anny Stnost, Malerin aus Wien, mit dem dritten Preis bedacht: »Nur Schönheit will ich im Film sehen! Nur Heiteres und Herzerfreuendes. Etwas, woran man sich nach des Tages Mühen er- bauen und aufrichten kann. Ich bestehe nicht auf ein happy-end, aber in Schönheit soll jeder Film ausklingen. […] Alles, nur um Gottes willen keine allzu realistischen Filme!« »Frl. Muz Topolansky« aus Wien Währing, wie fünfzehn weitere Einsender mit einem Trostpreis, zehn Künstlerpostkarten nämlich, bedacht: »Auch macht es mir ein Hauptvergnügen, / Wenn sie zum Schluß sich endlich kriegen.« Und »Frl.  Friedl Haefner«, aus dem 17. Wiener Gemeindebezirk: »Der Film ist realistisch oft: bedenket, / Daß Unterhaltungssehnsucht uns zum Kino lenket. / Das Paradies können im Film wir sehen, / Er läßt ein Märchenlied vor uns erstehen. / Doch wenn des Filmes Wunderpracht entschwindet, / Die Wirklichkeit man rauher noch empfindet. / Die Kunst ist: für uns Stunden froh zu machen! / Mein lieber Film, wir wollen lachen, lachen!«63 Richard Tauber hatte Besserung gelobt  – und hatte zuviel verspro- chen. Sein nächster Film, »Die große Attraktion« (der in Deutschland im August 1931 anlief, in Österreich bereits Ende April 1931), angesiedelt im Varietémilieu, mit einem szenischen Drumherum von der »Win ter- garten«-Bühne bis zum Luxushotel, vom Artisten-Café bis zum Eisen-
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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