Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Anton Kuh - Biographie
Page - 299 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 299 - in Anton Kuh - Biographie

Image of the Page - 299 -

Image of the Page - 299 - in Anton Kuh - Biographie

Text of the Page - 299 -

299 donnert: »Na ja, als Mensch hätt’ i ihn ja laufen lassen, den Trottel  – aber als Scheffe???«32 Mag Kuh auch im »Unsterblichen Österreicher« keine bündige Definition »des Österreichischen« liefern, sondern es mit den fünfzig Porträts, Szenen und Dramoletten bloß umkreisen  – so wie er sich trotz seines unvergleichlichen Händchens für definitorische Konzentrate wei- gert, Peter Altenberg, einen der Unsterblichen, »auf den Punkt« zu bringen, sondern versucht, sich ihm mit einem Pasticcio von »Paralego- mena« anzunähern  –, liefert er doch, immer wenn er sich mit dem Thema beschäftigt, Bausteine zum Verständnis des »dahingegangenen Jahrtausend-Reiches […], wo Leichtfertigkeit, Humanität, Irrsinn, Formfreude, Güte, Katakombendüster und Wiesenlicht zu einer viel- farbigen Einheit zusammenwuchsen«.33 Das »Selbstfrotzlerische« ge- höre unabdingbar dazu, eine »demutsvolle Kaustik«, die Kuh in seinen einleitenden Worten zu einem »Österreichischen Abend« im Berliner Rundfunk Ende 1927 »wesentlich österreichischen« Autoren attestiert, denen er zudem noch folgende Qualitäten nachrühmt: »die listige Über- legenheit des Herzens über das Hirn, die vorurteilslose Art, Menschen und Menschliches zu sehen, vor allem aber die herzerfrischende Un- fähigkeit zum Pathos, alle diese Qualitäten, sie entstammen dem Mangel an bewußter Nationalgesinnung.«34 Daß es Anton Kuh mit seiner Porträtgalerie darum zu tun ist, »dem« Altösterreicher ein »unerbittlich verehrungsvolles Denkmal der Liebe« zu setzen,35 ist für alle Rezensenten, abgesehen von jenen des »Pester Lloyd« und der »Reichspost«, unverkennbar. Und sie rühmen’s ihm auch alle nach: Valeriu Marcu in den »Münchner Neuesten Nachrich- ten«36, Franz Blei in der »Literarischen Welt«37, Ludwig Winder in der »Bohemia«38, Otto Pick in der »Prager Presse«39, Ludwig Ullmann in der »Wiener Allgemeinen Zeitung«40, Richard Wiener im »Quer- schnitt«41, Michael Walter in der »Jüdischen Rundschau«42, Hermann Sinsheimer im »Berliner Tageblatt«43, Robert Neumann in der »Litera- tur«44, ein »R. E.« im »Kleinen Blatt«45, ein »w. s.« in der »Vossischen Zeitung«46, bis hin zu einem Anonymus in der »Münchner Telegramm- Zeitung«47. Ungemein verständig auch, wenngleich etwas dick auftra- gend, ein »H. G.« in der Berliner »Neuen Revue«: »Von den vielen Büchern, die sich mit Österreich und dem Österreicher beschäftigen, unterscheidet sich dieses genial barocke Werk in einem wesentlichen Punkt: während jene in einer Art Geheimsprache abgefaßt sind, die immer wieder nur der Österreicher versteht, und in der Regel von der krähwinkelischen Einbildung ausgehen, Österreich sei ein Allerwelts- begriff, versucht Anton Kuh in diesem von Witz und Liebe funkelnden,
back to the  book Anton Kuh - Biographie"
Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Anton Kuh