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Anton Kuh - Biographie
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342 sonst bekommt. Es gibt nämlich einen eigenen Geist des Geldes und alles, was der senil gewordene Kapitalismus in den letzten Jahren ver- schuldet hat, war Hochverrat am Geiste des Geldes. Man kann nicht erwarten, daß der Staat wie ein Schokoladeautomat funktioniert, der Geld herauswirft, wenn man den Voraussetzungen des Gelderwerbens und -machens untreu geworden ist. Diese Voraussetzung des Geld- erwerbens, von dem die Financiers vom seligen Amschel Rothschild bis in Urväters Zeiten ausgegangen sind, ist das Gegenteil von dem, was die jetzt zu Ende gehende kapitalistische Epoche getan hat: nämlich hinter dem Geld nicht mehr die Wirklichkeit zu sehen. Diese Epoche hat nicht mehr die Fähigkeit, den Gelderwerb von allen Illusionen, Idolen und Phrasen loszulösen, so wie es eben jener Amschel Rothschild konnte. Hinter dem Geld muß eine Wirklichkeit stehen, nackt und exakt. / Das war der große Fehler der Nachkommen Amschel Rothschilds wie des gesamten heutigen Kapitalismus, daß sie eine unnatürliche Ehe zwischen Geld und Idealismus förderten. / Jetzt ist es so weit, daß der mit sich selbst nicht fertig werdende Kapitalismus auf Erlösung durch die ret- tende Bürokratie hofft, die ihm früher eher lästig im Wege gestanden ist und deren tatsächlicher Wirkungskreis es früher war, in einem Amt die Bleistifte zu zählen. / Wir haben kein Geld, weil wir auch die Werte der Kultur und des Geistes, die hinter dem Gelde gestanden sind, nicht mehr haben. Die wahren Kunstwerte von früher (Burg- theater, Universität) sind es nicht mehr. Ganz Europa ist wie die pleite gegangene Amstelbank des Geistes und wir alle müs- sen uns um die Investitionen betrogen fühlen. Wir sind in un- seren Hoffnungen getäuscht und verlieren unser Kapital, wenn wir es auch nicht in barer Münze investiert haben. So können wir alle den Pallenberg-Schrei ausstoßen, aber man kann sich auch zu meiner Parole bekennen. Ich proklamierte: Wir verzichten auf unsere Einlage bei dieser Amstelbank, wir machen uns unser Geld sel- ber, wir schaffen uns den neuen Geist, der uns nicht gestohlen werden kann.«33 Vor der späten Soiree zum Thema »Warum haben wir kein Geld?« im Theater am Ku’damm am 5. Dezember 1931 kursiert ein Witz  – ein Witz, der peinliches Erschrecken auslöst: Nach Schluß der Vorstellung seien alle Ausgänge des Theaters von SA-Abteilungen besetzt: »Man hätte alle so schön beisammen  …« Der Rezensent des »Berliner Lokal- Anzeigers« registriert denn in der Tat: »Diese wienerisch-berlinisch- östliche Mischung eines sehr eleganten, sehr über sich selbst lächelnden Publikums war selbst für ein Theater am Berliner Kurfürstendamm erstaunlich. Man war ganz unter sich  …«34 Hamburg, Kammerspiele im Lustspielhaus, 23.1.1932, 22.45 Uhr: Warum haben wir kein Geld? Von Kant bis Patzenhofer
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter SchĂĽbler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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