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Das Denkmal für Rudolf Wegscheider wur-
de aus dem I. Chemischen Institut in den Ar-
kadenhof überführt. Die 1926 modellierte Büs-
te, die auch an Wegscheiders Ehrengrabmal auf
dem Grinzinger Friedhof verwendet wurde, hat-
te der Bildhauer Heinrich Zita (1882–1951) noch
zu Lebzeiten Wegscheiders angefertigt. In seiner
Rede anlässlich der Enthüllung lobte Richard
Meister, zu diesem Zeitpunkt Rektor der Wie-
ner Universität, dieses lebensvolle Denkmal, des-
sen Qualität sich nicht nur in der Wiedergabe der
natürlichen Physiognomie, sondern auch [in der
Wiedergabe] dessen, was dieser Physiognomie ih-
re Vollendung gegeben hat, des Geistes Rudolf Weg-
scheiders,15 zeige.
Beim Denkmal für Hans Molisch wurde
die Kopie der Büste verwendet, die heute noch
im Nachfolgeinstitut des Pflanzenphysiologi- schen Instituts, dem Faculty Center of Ecology,
zu finden ist. Wie bei den beiden anderen Denk-
mälern ist die Darstellung auf den Kopf kon-
zentriert, der Brustbereich ist so weit reduziert,
dass gerade mal Hemd, Krawatte und Weste so-
wie der Kragen des Jacketts zu sehen sind. Der
schmale Sockel hat den Vorteil, dass die Büs-
te relativ wenig Platz beansprucht und leicht in
der Wohnung aufgestellt werden kann. Die un-
datierte Büste stammt von dem Bildhauer Franz
Seifert (1866–1951). Ein zufälliger Fund von drei
Postkarten, die derzeit im Internet zum Kauf an-
geboten werden, belegt, dass Molisch mit Sei-
fert persönlich bekannt war und sich schon
1922 bei der Auftragsvergabe zum Denkmal für
den Chemiker Guido Goldschmiedt für Seifert
eingesetzt hatte.16 Wohl aus dieser Zeit stammt
auch das Porträt von Hans Molisch.
139zeitgemäss
15 G. Schörner, Der österreichische Realismus am Beispiel eines Künstlerlebens – Heinrich Zita. Der Bildhauer und
seine Zeit, Wien (Eigenverlag) 1987, S. 112.
16 Drei Postkarten von Hans Molisch an den Bildhauer Franz Seifert wurden 2015 von der Autografenhandlung Kotte
angeboten (www.autographenhandlung.de; abgerufen am 10. August 2015).
Abb. 10: Josef Thorak, Denkmal für Julius Schlosser im Arkadenhof der Universität Wien/Porträtfoto von Schlosser.
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Title
- Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Editor
- Ingeborg Schemper-Sparholz
- Martin Engel
- Andrea Mayr
- Julia Rüdiger
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- WIEN · KÖLN · WEIMAR
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20147-2
- Size
- 18.5 x 26.0 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
- Categories
- Geschichte Chroniken