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Beziehungenunddas Intime 221
durcherhöht,daßdasselbeWerkunmittelbarvorheraneinerkleinenBühneinOfenim
bescheidenstenRahmen121mal inSzeneging.[!]134
121erfolgreicheAufführungenerlebtennurwenigeProduktionen,weshalb
GoldfadensOperette sogleichandiegroßenTheaterderStadtging.Nachdem
esbereits inderungarischenMetropoleenormeBeliebtheit erlangthatte, soll-
te Shulamit als Export derBudapester populärenKultur nachWiengehen.
Nachdemdas„biblischeSingspiel“ schondiesengroßenErfolggefeierthatte,
kames imSommer1899alsSommergastspielans JantschTheater imWiener
Prater.SeinDebüt inWienfeiertedasStückzunächstalsSulamith–Jeruzsalem
leánya (ungar.Shulamit,TochterJerusalems)aufUngarisch.135 Indennächsten
Jahrensolltees inWienzumehrerenNeuinszenierungenaufUngarischund
Deutschkommen.HierfüradaptiertemanjedochnichtmehrdieEinbettung
oderKonzeption.Vielmehrvertrautemanauf jenenEntwurf,dersich inBu-
dapest als erfolgreich erwies undübertrugdiesen– voraussetzend, es gäbe
uneingeschränkteÜbersetzbarkeit–sprachlich.136
WiedieAutor*innenmitdemTransfervonStückenzwischendenverschiede-
nenAufführungsumgebungenumgingen,variierte.DieMetapherdesReisens,
derMobilitätundBewegungließdasPublikumeineVeränderungerwarten.
SokonnteeinekulturelleÜbersetzungvoneiner sprachlichenAdaptionzur
vollständigenNeuinterpretation vonHandlungsumfeld undKontext, Neu-
benennungenvonCharakterenoder lediglichderÜbernahmeder imStück
transportiertenMoralreichen.DieAdaptionderCsárdásfürstinwareinBeispiel
fürdieÜbernahmeeinesgesamtenStückesmitkleinereninhaltlichenAdaptio-
nen.AndersalsThomashefskysStraßensängerin,beiderenAdaption lediglich
die IdeedesvermeintlichunliebsamenCharakters imstädtischenAlltag,dem
manzwarbegegnetundwahrnimmt,abermitdemmannicht inKontakt tritt
unddaherverschiedeneVorbehalteschürt, erhaltenblieb.Dennochspielten
dieKünstler*innenmitderBekanntheitdesBildesderVarietésängerinebenso
wieder Straßensängerin, umdemPublikumdasAnknüpfenzuerleichtern.
DassdieKünstler*innendamit erfolgreichwaren,bewiesnicht zuletzt auch
134 Fremdenblatt,1.5.1899.
135 GoldfadenAbrahám,Sulamith–Jeruzsalemleánya[Shulamit–Tochter Jerusalems].NÖLA,
NÖReg.Präs.TheaterTB–TextbücherderTheaterzensur471/9.
136 GoldfadenAbrahám,Sulamith–Jeruzsalemleánya[Shulamit–Tochter Jerusalems].NÖLA,
NÖReg.Präs.TheaterTB–TextbücherderTheaterzensur274/02;GoldfadenAbrahám,
Shulamit,dieTochteraus Jerusalem.NÖLA,NÖReg.Präs.TheaterTB–Textbücherder
Theaterzensur1915/1178K55.ZuÜbersetzbarkeitundUnübersetzbarkeitsieheEmilyApter:
AgainstWorldLiterature:OnthePoliticsofUntranslateability (London:Verso,2013),3.Zu
WeltliteratursieheAshcroft,Griffiths,Tiffin,PostcolonialStudies,279–280.
© 2021 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H & Co. KG, Wien
https://doi.org/10.7767/9783205211884 | CC BY 4.0
Auf die Tour!
Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Zwischen Habsburgermonarchie und Amerika
- Title
- Auf die Tour!
- Subtitle
- Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
- Author
- Susanne Korbel
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21188-4
- Size
- 15.9 x 24.0 cm
- Pages
- 272
- Category
- Kunst und Kultur