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Auf die Tour! - Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
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236 Nachspiel–AmAmericanScenicRailwaydurchWien Nichtjuden,zumVerweilenein,zumLachenunddazu,gemeinsamVisionen zu leben. ZudiesenVisionengehörtedasÜbernehmenvoneinemJüdisch-Seineben- sowiedasHantierenmitantisemitischenStereotypen,diesich imGelächter auflösen sollten.DieMetapher derMobilität unddesReisens verwendeten dieKünstler*innen,umhierzuBeweglichkeit indenKöpfenihresPublikums zu evozieren. BesondererBeliebtheit erfreute sichdas Spielmit nationalen, ethnischen, sozialen, religiösenu.a.StereotypenundIdentifikationen.Wenn JüdinnenundJudenmitscheinbarantisemitischenStereotypenunterhielten, „Böhmen“,„Ungarn“oder„Afrikaner“darstelltenoderbourgeoisenAttitüden nachfühlten,wareinPublikumshit fastgarantiert.DieEbenender Interpretati- onundLesartendieserLiederundStückewarenkomplex,vielschichtigund keineswegs stringent.Eskonntenals „jüdisch“konnotierteZuschreibungen entworfenoder(angelehntanantisemitischeDiskursederZeit)neueRollen entwickeltwerden,ummitder InszenierungdendahinterstehendenAntisemi- tismuskritischzuhinterfragen. InderTransgressionvonGeschlecht,Stereoty- penundKategorisierungenerwiessichdiepopuläreKulturals fruchtbarer– geradezuvisionärer–Zwischenraum. DieNachfragenachköstlichemAmüsementunddieneueMobilität stellten aberauchRollenbilderinderpopulärenKulturinfrage.DieinderEinleitungzi- tierteAnekdoteinderInternationalenArtistenRevue fordertedieMitgliederder SzenepopulärerKulturnichtnurdazuauf,aufTourzugehen.Siestrichzudem hervor,wiewichtigdieweiblicheVolkssängerin,diesichzurSoubretteentwi- ckelthatte,war.DieEtablissementdirektor*innenmusstenGeschickbeweisen, umimmer ingutemAustauschmit internationalenKünstler*innenzustehen unddasbesteProgrammanbietenzukönnen.Nursoverhindertensie, inder FlutanStättendesAmüsementsunterzugehen.DieSoubrettewiederGesangs- akrobatmusstenesverstehen, ihreInhalte soaufzubereiten,dassdasPublikum inder jeweiligenStadt ihrTalenterkennenundliebenkonnte.DasPublikum forderte immermehr,dassSoubrettenwieVolkssängerdie„Charakteristika des jeweilsanderenGeschlechts“perfektbeherrschten,umaufderBühnedas andereGeschlechtdarzustellen.DiepopulärenKünstler*innenentwickelten diesubversiveStrategieeinesGender-Bendings,dassodannherkömmlicheZu- schreibungenvonGeschlechtauchabseitsderBühnenfraglicherscheinen ließ. UnddennochverstummtennichtdieUnterstellungen,dieseKünstler*innen –vorallemdieFrauenunter ihnen–betriebennurseichte„Schwankkunst“ zumScheinzurVerhüllungvonSexarbeit, indenberüchtigten„zweioderdrei geheimenRäumenimerstenObergeschoss“derEtablissements.7 7 BudapestiHírlap,7.10.1893,5. © 2021 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H & Co. KG, Wien https://doi.org/10.7767/9783205211884 | CC BY 4.0
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Auf die Tour! Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Zwischen Habsburgermonarchie und Amerika
Title
Auf die Tour!
Subtitle
Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Author
Susanne Korbel
Publisher
Böhlau Verlag
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21188-4
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
272
Category
Kunst und Kultur
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