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Neue Mobilitätskonzepte und autonomes Fahren: Potenziale der
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EigentĂĽmer bereitgestellt wird, der gleichzeitig Fahrer ist. Auch neuere Dienste wie Uber
(www.uber.com) oder Lyft (www.lyft.com) weichen von diesem Prinzip nicht ab, sie bieten
aber Taxi-ähnliche Dienste an und sind somit mit den klassischen Fahrgemeinschaften,
die im Alltagsverkehr ĂĽberwiegend aus einer festen Gruppe an Personen bestehen, nicht
zu vergleichen. Die Vermutung liegt nahe, dass mit der EinfĂĽhrung von autonomen Fahr-
zeugen diese Mitfahrdienste obsolet werden und sich hin zu Peer-to-Peer Carsharing ent-
wickeln.
9.6.3 Verdichtung der Bedienungsmöglichkeiten
mit öffentlichem Verkehr
In Verbindung mit dem Thema Intermodalität sind die Möglichkeiten einer dichteren Be-
dienung im öffentlichen Verkehr, auch in der Fläche, bereits weiter oben angesprochen
worden (für den städtischen Raum s. Kap. 11). Diese aus dem Einsatz von autonomen
Fahrzeugen resultierenden Vorteile gelten sowohl in räumlicher als auch in zeitlicher Hin-
sicht, d. h. sowohl für Räume an der Peripherie als auch für Randzeiten. Allerdings gilt auch
hier – selbst unter Beachtung der Tatsache, dass Personalkosten für den Fahrer entfallen
– eine wirtschaftliche Untergrenze, die sich aus der Nutzungsfrequenz ergibt. Das heißt
auch, dass eine räumlich stark streuende Nutzung nur bis zu einem gewissen Umfang durch
das Vorhalten einer größeren Flotte aufgefangen werden kann. In jedem Fall müssen sich
auch die Investitions- und Betriebskosten fĂĽr diese Fahrzeuge amortisieren.
9.7 Implementierung von neuen Mobilitätskonzepten
mit autonomen Fahrzeugen
Carsharing erregt derzeit nicht nur Aufsehen, weil neue Formen entwickelt werden, seine
Sichtbarkeit deutlich zunimmt und die Zahl der Carsharing-Nutzer in den letzten beiden
Jahren sprunghaft angewachsen ist, sondern auch, weil sich abzuzeichnen scheint, dass
Carsharing, das in seiner kommerziellen oder von Vereinen getragenen Variante vom pri-
vaten Autobesitz unabhängig ist, ein geeignetes Vehikel werden könnte, um neue Fahrzeug-
technologien in den Markt einzufĂĽhren. Die Nutzer erhalten entsprechende Fahrzeuge ĂĽber
die Flotte ihres Anbieters und können sie – ohne Aufpreis gegenüber den herkömmlichen
Fahrzeugen – ausprobieren. Tatsächlich geschieht dies derzeit im Umfeld von Elektromo-
bilität, wo Unternehmen wie DriveNow und Car2Go, aber auch Citroën mit dem Multicity-
Auto, Elektrofahrzeuge in ihre Carsharing-Flotte eingliedern. Seitens der Nutzer wird dies
ausgesprochen positiv aufgenommen. Dazu berichten Projekte zum elektromobilen Car-
sharing zweierlei: Zum einen gelingt es, die neue Technologie zĂĽgig fĂĽr einen groĂźen Teil
der Carsharing-Nutzer bereitzustellen und damit auch ihre Nutzung zu initiieren. Zum
anderen suchen viele Nutzer auch ganz gezielt die über das Carsharing gegebene Möglich-
keit, die neue Technologie zu testen und zu nutzen ([13], S.15; [15], S.19).
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung