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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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23511.4 Wesentliche Treiber fĂŒr die Entwicklung eines Verkehrs systems spiel ist das Parken, fĂŒr das eine Automatisierung deutliche Kostenersparnisse fĂŒr die Erstellung von ParkflĂ€chen und aufgrund von Reduzierung des FlĂ€chenbedarfs Potenziale fĂŒr Umwandlung in andere Nutzungen verspricht. Aber auch FlĂ€chen am Stadtrand oder im Umland werden im Zuge einer denkbaren Neubewertung von Standortwahlkriterien und steigender AttraktivitĂ€t als Wohnstandort möglicherweise an Wert gewinnen. Allerdings darf nicht darĂŒber hinweggesehen werden, dass den genannten Faktoren große Unsicherheiten gegenĂŒberstehen. ZunĂ€chst ist, angesichts grundsĂ€tzlicher recht- licher und ethischer Fragen (s. Kap. 25 und Kap. 4), ĂŒberhaupt nicht absehbar, in welcher Geschwindigkeit und in welcher AusprĂ€gung sich stĂ€dtische Verkehrssysteme mit auto- nomen Fahrzeugen entwickeln werden. Auch die Folgen fĂŒr den Verkehr und damit die Stadtstruktur sind damit derzeit noch nicht verlĂ€sslich prognostizierbar. Mit der Integration autonomen Fahrens als Teil eines kollektiven, öffentlichen Verkehrssystems dĂŒrften sich Carsharing und der RĂŒckgang des Pkw-Besitzes stĂ€rker entwickeln. Eine verstĂ€rkte Akzeptanz und Nutzung des „eigenen“ autonomen Pkw dĂŒrfte die Perspektiven fĂŒr den motorisierten Individualverkehr stĂ€rken. Insbesondere in letzterem Fall stellt sich die Frage nach möglichen „Rebound-Effekten“. Durch Zeiteinsparungen und geringere Nutzungskosten kann es zu einem höheren Konsum von MobilitĂ€t und zur Zunahme der Fahrleistung kommen [22]. Mit einer Zunahme auto- nomer Fahrzeuge wĂ€re unter diesen UmstĂ€nden eine Kompensation von KapazitĂ€tsgewin- nen die Folge. Allerdings ist auch die Frage danach, wie sich die Höhe der zusĂ€tzlichen Kosten fĂŒr die Nutzung autonomer Fahrzeuge entwickeln dĂŒrfte, derzeit noch nicht beantwortet. Die in diesem Kapitel analysierten Szenarien gehen auf diesen Punkt nicht plausibel ein, sondern argumentieren lediglich mit der Annahme, dass die MobilitĂ€t auch in der Zukunft bezahlbar sein wird. Kalkulationen zusĂ€tzlicher Kosten fĂŒr die AusrĂŒstung von Pkw gehen jedoch davon aus, dass sich sowohl die Anschaffungs- als auch die Unterhaltungskosten zunĂ€chst deutlich erhöhen dĂŒrften [22, 28]). Hinzu kĂ€men Folgekosten fĂŒr Kommunen fĂŒr die Anpassung von Verkehrsinfrastrukturen sowie fĂŒr die Erschließung neuer Sied- lungsgebiete in dem Fall, dass die AttraktivitĂ€t von suburbanen Standorten in der Tat zu- nehmen wĂŒrde. Aus all diesen Aspekten folgt eine hohe Planungsunsicherheit fĂŒr kommunale und regio- nale Akteure der Politik, der Verwaltungen, Verkehrsbetreiber sowie der Immobilienwirt- schaft. Insbesondere die Anpassung von Infrastrukturen des Verkehrs und der Siedlungs- entwicklung erfordert eine langfristige Herangehensweise einschließlich der entsprechen- den Regulation und Finanzierung. VerĂ€nderungen der Raumstrukturen im Zuge autonomen Fahrens sind erst dann zu erwarten, wenn die meisten Fahrzeuge auf der Straße automa- tisiert sind. Solange dies nicht der Fall ist, dĂŒrften Verkehrsdichten nicht signifikant steigen, die Planbarkeit von Trips sich nicht verbessern, der Parkbedarf sich nicht wesentlich redu- zieren und können Straßenquerschnitte nicht verringert werden. Damit fehlen zumindest den Akteuren kommunaler Verkehrs- und Stadtplanung derzeit noch wichtige Entschei- dungs- und Handlungsgrundlagen nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund fehlender Klar- heit, in welcher Form sich autonomes Fahren mittel- bis langfristig durchsetzen wird.
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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