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35317.1
Einleitung
heitspotenzial ist hier die prognostizierte Verringerung von Unfallschäden gemeint. Vor-
aussetzungen für die Bestimmung eines konkreten Potenzials sind Grundannahmen zur
gesamten Verkehrssituation sowie zum Anteil automatisierter Fahrleistung mit entspre-
chenden Funktionsgrenzen.
Verkehrsunfallforschung betreiben weltweit unterschiedliche Organisationen. Sie um-
fasst die Teilbereiche Unfall-Erhebung/-Statistik, Unfall-Rekonstruktion und Unfall-
Analyse [5]. Grundlage für die Unfallforschung in Deutschland bildet die von der Polizei
in allen Bundesländern geleistete örtliche Unfalluntersuchung. Darüber hinaus betreiben
u. a. die VUFO (Verkehrsunfallforschung) der TU Dresden GmbH, die Medizinische Hoch-
schule Hannover, Fahrzeughersteller und Institutionen wie die deutsche Versicherungs-
wirtschaft eine eigene Unfallforschung. Dabei werden Verkehrsunfälle vorrangig direkt
vor Ort untersucht, nach bestimmten Merkmalen statistisch erfasst, ausgewertet und bei
Bedarf für die Weiterentwicklung zukünftiger Fahrzeugautomatisierung genutzt. Die nach-
folgende Ausarbeitung zeigt beispielhaft Möglichkeiten und Grenzen der Erkenntnisse und
Prognosen aus Unfalldatensammlungen im Hinblick auf das Sicherheitspoten
zial automa-
tisierter Fahrzeuge.
Folgende Fragen werden anhand konkreter Beispiele aus der Unfallforschung erörtert:
Welche Bedeutung haben Auswertungen und Erkenntnisse aus der Verkehrsunfall-
forschung für die Einführung automatisierter Fahrzeuge?
Wie lässt sich das Sicherheitspotenzial durch automatisierte Fahrzeuge nachweisen?
17.1.2 Kategorisierungen von Automatisierungsgraden
der Fahrzeugführung
Im Folgenden werden drei Kategorisierungen zur Strukturierung von Automatisierungs-
graden (bezogen auf die Fahrzeugführung) vorgestellt, die zur beispielhaften Darstellung
der Möglichkeiten und Grenzen von Unfalldatenanalysen dienen. Für die anschließenden
Ausführungen ist die 2012 veröffentlichte Einteilung der BASt-Projektgruppe „Rechtsfol-
gen zunehmender Fahrzeugautomatisierung“ [6] aus
reichend. Die verwendeten fünf Grade
der Automatisierung beginnen bei der ursprünglich konventionellen Fahrzeugführung
mit der Bezeichnung „driver only“ wobei der Fahrer permanent die Längs- und die Quer-
I KUXQJ DXVI KUW :HLWHUH (LQVWXIXQJHQ VHW]HQ VLFK PLW GHU Ä)DKUHU DVVLVWHQ]ெ DVVLVWLHUW
und der „Teilautomatisierung“ fort, wobei der Fahrer auch letztere noch vollumfänglich
und kontinuierlich zu überwachen hat. Abschließend ermöglichen die Stufen „Hochauto-
matisierung“ und „Vollautomatisierung“ teilweise oder an
dauernd ein Ausbleiben der
menschlichen Überwachung bei der Fahrzeugführung [6]. Nachfolgend hat die ameri-
kanische Behörde NHTSA fünf gleiche Stufen definiert [7]. Darauf auf
bauend nahm
das International On-Road Auto mated Vehicle Standards Committee der Society of
Auto motive Engineers (SAE) im Report J 3016 eine weitere Unterscheidung mit sechs
Ebenen vor. Mit dieser Unterteilung arbeiten heute vermehrt Forschungsgruppen. Sie dif-
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung