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Sicherheitspotenzial automatisierter Fahrzeuge: Erkenntnisse aus der
Unfallforschung354
ferenziert fahrerloses Fahren unter begrenzten Einsatzbedingungen sowie die Fähigkeit und
Verantwortung einer vollständigen Übernahme von Fahraufgaben bei einer Vollautomatisie-
rung [8], (s. Abb. 17.1).
17.2 Unfalldatensammlungen zur Darstellung
von Sicherheitspotenzialen
Laut Unfallstatistik ereignet sich ein tödlicher Verkehrsunfall im Durchschnitt
alle 2,7 Stunden in Deutschland,
alle 25 Minuten (ca. 34.000 jährlich) in den USA und
alle 26 Sekunden (mindestens 1.240.000 jährlich) weltweit [4, 9, 10].
Maßnahmen im Straßenbau, in der Gesetzgebung, der Rettungskette, der Notfallmedizin
sowie der passiven und aktiven Sicherheit von Fahrzeugen haben die Verletzten- und Un-
falltotenzahlen seit Anfang der 1970er-Jahre in den westlichen Ländern deutlich gesenkt.
Grundlage für diese Erkenntnis bilden großräumige Erhebungen und Analysen von Ver-
kehrsunfällen. Weltweit werden dafür Unfalldaten mit unterschiedlichen Ausrichtungen,
Datenmengen und Erhebungstiefen gesammelt. Einige ausgewählte Unfalldatensammlun-
gen, die Aussagen zum Sicherheitspotenzial automatisierter Fahrzeuge ermöglichen, wer-
den im Folgenden mit entsprechenden Vor- und Nachteilen vorgestellt.
17.2.1 Amtliche Straßenverkehrsunfallstatistik in Deutschland
Auf Basis von §1 des Straßenverkehrsunfallstatistikgesetzes von 1990 veröffentlicht das
Statistische Bundesamt in Wiesbaden monatlich eine Bundesstatistik über Getötete, Ver-
letzte und Sachschäden. Alle Polizeidienststellen sind verpflichtet, aufgenommene Un fälle
zu melden und begrenzte Informationen aus den Verkehrsunfallanzeigen über die statisti-
schen Landesämter weiterzuleiten [4].
Regelmäßig werden diese bundesweiten Daten im Internet veröffentlicht. Die polizeilich
festgestellte Unfallursache, die im Wesentlichen Fahrfehler der Fahrer bewertet, zeigt das
Abb. 17.1 Kategorien der Automatisierung nach BASt / NHTSA / SAE
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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