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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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PrĂ€diktion von maschineller Wahrnehmungsleistung beim automatisierten Fahren436 Erweiterung des sicher prĂ€dizierbaren Zeitraums, können aber Planungsalgorithmen den- noch unterstĂŒtzen. Ferner ist anzumerken, dass manuelle Fahrer auch in vielen Situationen keine Chance haben, geeignet zu reagieren, wenn sich andere FahrzeugfĂŒhrer nicht regel- gerecht verhalten oder unvorhergesehene Fahrfehler begehen. Insofern mĂŒssen auch an automatisierte Fahrzeuge sicher keine zu ĂŒbertriebenen Anforderungen gestellt werden. Dies ist aber natĂŒrlich eine Frage des gesellschaftlichen Konsenses hinsichtlich des zu- lĂ€ssigen GefĂ€hrdungspotenzials einer neuen Technologie. 20.5 Zusammenfassung Die existierenden Methoden der Zustands- und ExistenzschĂ€tzung basieren auf einer ge- schlossenen, fundierten Theorie und erlauben schritthaltend eine zuverlĂ€ssige Bewertung der aktuellen GĂŒte der maschinellen Wahrnehmungsleistung. Hiermit ist es möglich, Kom- plettausfĂ€lle einzelner Sensoren sowie eine schleichende Degeneration in der Sensorik und/ oder Wahrnehmung festzustellen. Die Verfahren erlauben jedoch keine Vorhersage der zukĂŒnftigen Wahrnehmungs- leistung, lediglich ein lineares Fortschreiben von erkannten Trends ist denkbar. Die Zuver- lĂ€ssigkeit und GĂŒte der Bewertung der maschinellen Wahrnehmungsleistung ist von ver- fĂŒgbaren Sensormodellen abhĂ€ngig, insbesondere von Fehlermodellen, die sensor- und herstellerspezifisch sind. Die Wahrnehmungssysteme allein besitzen keine ausreichende PrĂ€diktionsfĂ€higkeit, die einen Zeithorizont zwischen fĂŒnf und zehn Sekunden sicher ab- decken könnte, so wie er heute fĂŒr den RĂŒckgabefall des hochautomatisierten Systems an den Fahrer angesehen wird. Dies ist allerdings fĂŒr ein sicheres Verhalten eines automati- sierten Fahrzeugs vermutlich auch gar nicht notwendig. Entscheidend fĂŒr die Beherrsch- barkeit von Situationen beim automatisierten Fahren sind ausreichend viele, physikalisch umsetzbare und sichere Handlungsoptionen des automatisierten Fahrzeugs. Diese sind im Wesentlichen durch die rĂ€umliche NĂ€he von begrenzenden Objekten zum eigenen Fahr- zeug und den verfĂŒgbaren, befahrbaren Freiraum bestimmt, sodass rĂ€umliche NĂ€he unter Einbeziehung von Unsicherheiten in der Wahrnehmung und die Zahl der physikalisch möglichen, sicheren Handlungsoptionen in Kennzahlen zur Bewertung einer KritikalitĂ€t einfließen mĂŒssen. Auch muss die aktuell verfĂŒgbare maschinelle Wahrnehmungsleistung hierin BerĂŒcksichtigung finden. Derartige ausreichend abgestimmte und theoretisch fun- dierte KritikalitĂ€tsmaße existieren heute noch nicht. Eine SituationsprĂ€diktion in die Zukunft ĂŒber einen Zeitraum von zwei bis drei Sekun- den hinaus wird bei rein modellbasierter, probabilistischer Fortschreibung keine Aussage mehr liefern, da jede Entwicklung der Situation möglich ist. Ein möglicher Lösungsansatz und eine zukĂŒnftige Forschungsfrage ist die kontextbezogene, hypothesenbasierte zeitliche Fortschreibung einer erkannten und bewerteten Situation. Eine Möglichkeit ist hier, in Anlehnung an das menschliche Verhalten, Situationsepisoden, d. h. reale Entwicklungen aus einem beliebigen Anfangsstand im Fahrbetrieb, zu erfassen, zu clustern und in einer Wissensbasis zu hinterlegen. Bei vorhandener Wissensbasis kann dann stĂ€ndig die aktuel-
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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