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463Literatur
gabefalle für das autonome Fahren werden. Die Autoren sehen jedoch drei Ansätze, diese
Freigabefalle zu umgehen:
Erstens erscheint der evolutionäre Ansatz oder alternativ die Transformation (s. Kap. 10)
als notwendig, denn nur die schrittweise EinfĂĽhrung entlang der unterschiedlichen Dimen-
sionen Geschwindigkeit, Szenerie und Automationsgrad ermöglicht das Übernehmen von
abgesicherten Komponenten und reduziert den Aufgabenumfang der folgenden Freigaben.
Zweitens sind die notwendigen Testfälle, basierend auf Felderfahrung und statistischen
Verfahren zu raffen. Die Herausforderung ist dabei die Metrik, die eine Aussage ĂĽber die
Sicherheit des Systems in Abhängigkeit der absolvierten Testfälle ermöglicht. Drittens sind
alternative Testwerkzeuge neben der Realfahrt einzusetzen. Dabei wird erwartet, dass auf
Realfahrten nicht vollständig verzichtet werden kann, denn die Verlagerung von Testfällen
in ViL, SiL bzw. in Verfahren des formalen Beweises von Sicherheit bedarf den Nachweis
der Validität.
AbschlieĂźend ist zu sagen, dass die vorgestellten Herausforderungen nicht ausschlieĂź-
lich intern durch die Automobilindustrie gelöst werden sollten. Auch wenn Testkonzepte
fĂĽr das autonome Fahren optimiert werden, wird es die 100-prozentige Sicherheit nicht
geben. Die „Vision Zero“ bleibt besonders im Mischbetrieb mit zusätzlichen Verkehrsteil-
nehmern zunächst eine Vision. Spätestens mit dem ersten Unfall, den ein autonomes Fahr-
zeug verursacht, wird die zuvor erteilte Freigabe auf den PrĂĽfstand gestellt. Dementspre-
chend sollte die Grundlage für die Freigabe durch die Beteiligten öffentlich diskutiert und
transparent gestaltet werden.
Literatur
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Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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