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61528.3
Rechtliche Anforderungen und Auswirkungen
von Personenkraftwagen gleichzeitig deutlich gesteigert werden konnte. Dauertests in
Fachzeitschriften wie Auto Motor und Sport zeigen: Eine Distanz von 100.000 Kilometern
ist immer häufiger ohne Panne, außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt, defektes Funk-
tionsteil und ohne jeglichen geringfügigen Defekt zu bewältigen.
28.2.2 Risiken und Nutzen automatisierter Fahrzeuge
Automatisierte Fahrzeuge werden gesellschaftlich wohl nur dann akzeptiert, wenn der
wahrgenommene Nutzen (abhängig vom Wirkungsgrad: Driver versus Robot) gegenüber den
erwarteten Risiken (abhängig vom Automatisierungsgrad: Wirkfeld versus Effektivfeld)
überwiegt. Zur Verringerung der Risiken führen Hersteller eine Unfalldatenanalyse und ein
entsprechendes Risikomanagement durch (s. Abb. 28.1).
Für Automobilhersteller und Zulieferer sind automatisierte Fahrzeuge eine Produkt-
innovation mit Marktpotenzial. Bei Investitionsentscheidungen und Markteinführungen
sind jedoch schwer kalkulierbare Risiken zu bewerten:
Wird das Markenimage nachhaltig geschädigt, wenn das automatisierte Fahrzeug
nicht den Verbrauchererwartungen entspricht?
Welche Mängel können zu Rückrufaktionen führen?
Welches Risiko von Produkthaftungsansprüchen besteht, wenn das automatisierte
Fahrzeug nicht den Anforderungen eines sicheren Produkts entspricht?
28.3 Rechtliche Anforderungen und Auswirkungen
Die gesellschaftlichen und individuellen Erwartungen an die technische Perfektion von
Fahrzeugen steigen. So verlangen zunehmende Anforderungen an Fahrzeugqualität und
Funktion entsprechend hohe Sicherheitsmaßstäbe bei einer Einführung automatisierter
Fahrzeuge. Dies zeigt sich beispielsweise durch die Zunahme von Rückrufaktionen trotz
Abb. 28.1 Gesellschaftliche und
individuelle Nutzerakzeptanz
stellt sich kontextbezogen ein, in-
dem wahrgenommene Nutzungs-
optionen mit Risikobefürchtungen
gegeneinander abgewogen werden
(s. Kap. 29, 30). Risiken hängen ab
vom Automatisierungsgrad und
der Nutzen vom Wirkungsgrad.
Risikomanagement sowie Unfall-
datenanalysen (s. Kap. 17) er-
möglichen Optimierung und Ob-
jektivierung (s. Kap. 30)
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung