Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Technik
Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Page - (000639) -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - (000639) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte

Image of the Page - (000639) -

Image of the Page - (000639) - in Autonomes Fahren - Technische,  rechtliche und gesellschaftliche Aspekte

Text of the Page - (000639) -

Entwicklungs- und Freigabeprozess automatisierter Fahrzeuge618 28.3.3 Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) UnabhĂ€ngig von der rechtlichen Anspruchsgrundlage bezeichnet der Begriff „Produkthaf- tung“ die gesetzliche Haftung des Herstellers fĂŒr SchĂ€den aus einem fehlerhaften Produkt. Hersteller ist, wer ein Endprodukt, ein Teilprodukt, einen Grundstoff herstellt oder seinen Namen bzw. seine Marke am Produkt anbringt. In Deutschland bestehen fĂŒr die Produkt- haftung zwei unterschiedliche Anspruchsgrundlagen: Die verschuldensabhĂ€ngige Haftung nach § 823 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs (BGB) [13] und zum anderen die verschuldensun- abhĂ€ngige Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz. So beschreibt das Produkthaftungs- gesetz (ProdHaftG – Gesetz ĂŒber die Haftung fĂŒr fehlerhafte Produkte) vom 15.12.1989 die Konsequenzen eines Fehlers in § 1: Wird durch den Fehler eines Produkts jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschĂ€digt, so ist der Hersteller des Produkts verpflichtet, dem GeschĂ€digten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. [14] UnabhĂ€ngig davon, ob der Produktfehler vorsĂ€tzlich oder fahrlĂ€ssig herbeigefĂŒhrt wird, definiert das ProdHaftG einen Fehler gemĂ€ĂŸ § 3 Abs. 1 wie folgt: Ein Produkt hat einen Fehler, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter BerĂŒcksichtigung aller UmstĂ€nde, insbesondere seiner Darbietung, des Gebrauchs, mit dem billigerweise gerechnet werden kann, sowie des Zeitpunkts, in dem es in den Verkehr gebracht wurde, berechtigterweise erwartet werden kann. [14] Falls durch ein fehlerhaftes Produkt SchĂ€den entstehen, regelt das Produkthaftungsgesetz die Haftung des Herstellers. ZunĂ€chst zieht dies mögliche AnsprĂŒche aus der zivilrechtli- chen Haftung fĂŒr SachschĂ€den, VermögensschĂ€den, PersonenschĂ€den oder Schmerzens- geld nach sich. Haftpflichtig ist primĂ€r der Hersteller. In begrĂŒndeten FĂ€llen können auch Zulieferer, Importeure, VertriebshĂ€ndler oder VerkĂ€ufer unbegrenzt haftbar gemacht wer- den. DarĂŒber hinaus können bei einer begrĂŒndeten strafrechtlichen Haftung speziell auch Konsequenzen fĂŒr die Unternehmensleitung oder einzelne Mitarbeiter entstehen, wenn nachweisbar versĂ€umt wurde, Risiken auf ein akzeptiertes Maß zu reduzieren (S. 624, Abb. 28.3). Im Fall von grobem Verschulden bzw. je nach Delikt auch bei FahrlĂ€ssigkeit kann dies unter UmstĂ€nden fĂŒr einen Entwickler persönlich strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Neben den rechtlichen Folgen mĂŒssen Hersteller auch mit erheblichen negativen wirt- schaftlichen Konsequenzen rechnen. Negative Schlagzeilen in den Medien können zu be- trĂ€chtlichen Umsatz- bzw. Gewinn einbußen, Imageverlust und in der weiteren Folge zum Verlust von Marktanteilen fĂŒhren. So sind bei der Entwicklung neuer Systeme die Risiken rechtlicher wie auch wirtschaft licher Folgen zu bedenken. Abbildung 28.2 gibt einen Über- blick ĂŒber mögliche Auswirkungen von Fehlern automatisierter Fahrzeuge.
back to the  book Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte"
Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Autonomes Fahren