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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Rudolf I. und Albrecht I. von Habsburg378 gebäuden an der Nordseite der Kirche betreten werden konnte. Bis heute erhalten hat sich ein schmaler Aufgang an der Außenseite des Langhauses , der den Zugang des Zelebranten zur Nonnenempore für die Kommunionspendung ermöglichte. An der Westseite des Langhauses ist das ursprüngliche Eingangsportal erhalten , das sich seit dem Anbau eines spätgotischen Westturmes in einer Vorhalle befin- det. Das Portal besitzt ein spitzbogiges Trichtergewände mit einer Abfolge von Rundsäulen und Birnstäben , die in gleichartig profilierten Archivoltenstufen fortgesetzt sind. Ein in Blattwerk skulptierter Kapitellfries verläuft verkröpft um die Gewändevorlagen. Der Kapitelsaal des Klosters , der 1961 abgetragen und ge- meinsam mit drei Jochen des Kreuzgangs von St. Bernhard nach Klosterneuburg übertragen und wiedererrichtet wurde1253 , zeigt mit seinen Achteckpfeilern und den gekehlten Bandrippen eine Fortsetzung der Gestaltungsformen des Dormi- toriums in Heiligenkreuz , die Öffnungen des Kapitelsaals besitzen jedoch schon fortschrittliche Maßwerkgliederung. Die übrigen , gar nicht wenigen Werke der österreichischen Architektur in den beiden letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts bieten ein uneinheitliches Bild. Teilweise setzten sich Errungenschaften der ottokarischen Zeit weiter fort. Dies gilt vor allem für die Bettelordensarchitektur. Retz Verhältnismäßig fortschrittlich erscheint der Neubau einer Bettelordenskirche in Retz. Graf Berchtold von Rabenswalde-Schwarzburg , ein Gefolgsmann König Rudolfs von Habsburg , war 1278 von diesem mit der Grafschaft Hardegg belehnt worden und legte 1279 in seiner neuen Funktion die Neustadt von Retz südlich der bestehenden Altsiedlung planmäßig an1254. Die Stadt erhielt einen Rechteck- grundriss von 400 m Länge und 280 m Breite. Die Lage zweier befestigter Stadt- tore im Norden und Süden wurde durch den Verlauf der von Krems über Pulkau nach Znaim im Norden führenden Straße bestimmt. Bei der Stadtanlage wurde ein Parzellierungsschema gewählt , das jenem der ottokarischen Zeit weitgehend folgte. Die Stadt erhielt einen zentralen Rechteckplatz von 70 × 170 m Seitenlänge , einen inneren Straßenring und einen Kranz von Randparzellen , ganz ähnlich wie in den Gründungsstädten Ottokars II. Přemysl. Die Ecken der Stadtbefestigung wurden durch massive Bauten zusätzlich gesichert. In der Nordostecke lag das Haus im Winkel eines Vasallen , die Südostecke wurde durch den herrschaftlichen Meierhof gesichert. In der Nordwestecke befand sich die Stadtburg , die bereits vor der Anlage der Stadtbefestigung erbaut worden war1255.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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