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388 MaximilianStrötzel
siert zurückgelegt:MIV (83,2 %),ÖSPV (5,8 %), Fahrrad (3,3
%) undFußwege
(5,0 %).EinkaufendePersonenallerdingslaufenzu27,9 %undfahrenFahrrad
(9,7 %). ›Nur‹ knapp über dieHälfte nutzen das Auto (53,1 %). Diemit dem
eigenenFahrzeugzurücklegtenEinkaufswegesindalsowiederumwesentlich
längeralsdiedieentsprechendenFahrrad-oderFußwege.Auch imFreizeit-
verkehrsetztsichdieDominanzdesMIVfort:dieHälftederfreizeitbewegten
PersonenlegenknappüberdreiviertelderFreizeitstreckenzurück.Allerdings
sindfast30 %zuFußundelfProzentmitdemFahrradunterwegs.DieUnter-
scheidungzwischenVerkehrsaufkommenund–leistung ist hier alsobeson-
ders relevant.Genauumgekehrtverhält es sich imzweitenBereichdesnicht
erzwungenenVerkehrs:demUrlaubsverkehr.EtwagleichvieleUrlaubersind
mitdemPKW/KraftradundmitdemFlugzeugunterwegs(41,4 %und45,7 %).
Allerdings zeigendieWerte erneut eine klarereDominanzdesMIV (50,2 %)
gegenüberdemFlugverkehr (36,6 %).7TrotzdesenormenWachstumsdesur-
laubsbedingtenFlugverkehrshatdieserzukeinerZeitmehrPersonenkilome-
terverantwortetalsderMIV(BMVI2018: 227,229).
Esistdeutlichgeworden,dassderMIVfüralleWegezweckeeinedeutliche
Dominanz aufweist.Ausder eingangs vorgestelltenmobilitätstheoretischen
PerspektivewirdbeidieserPrägewirkungdieKehrseitederFreiheitundTeil-
habe durch Verfügungsmacht über Bewegungspotenziale deutlich: die Ab-
hängigkeit von Nutzungschancen dieser (Auto-)Mobilität. Der systemische
Charakter einer spezifischenMobilität definiert nicht nur die gesellschaft-
lichen Teilhabemöglichkeiten, sondern auch Schließungsmechanismen des
Verkehrssystems,dienichtohneweiteresvonanderenVerkehrsmöglichkeiten
aufgefangenwerdenkönnen.AuchwenndiesereinquantitativenDatennoch
nichts über dieMotivation undDisposition der Verkehrsteilnehmer*innen
aussagen, somachendie verschiedenenWegelängen zwischen denTrägern
bei gleichemZweck eine einfache Shift-Strategie unrealistisch. Ein zweiter
Befund sagt aus, dass in einer Diskussion über die Verkehrswende, in der
dieDominanzdesMIVgebrochenwerdensoll,derVergleichsverkehrsträger
jenachWegezweckunterschiedlichgewähltwerdenmuss.FürkürzereStre-
cken (etwa bis zehnKilometer, also Einkauf, Freizeit, evtl. auch Beruf und
Ausbildung) sindFuß-undFahrradwegedieReferenz, fürmittlereund län-
gereStrecken (Beruf,Geschäft,AusbildungundvorallemUrlaub) sindesdie
Eisenbahn, derÖSPVund das Flugzeug. Ein dritter Befund zeigt, dass bei
Einkaufs-undBerufswegendieAufteilungdesVerkehrsaufkommensundder
7 Achtung,dasBMVIerhebtnur Inlandsflüge!
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Title
- Baustelle Elektromobilität
- Subtitle
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Author
- Achim Brunnengräber
- Editor
- Tobias Haas
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Category
- Technik