Page - 115 - in WAS BITS UND BÄUME VERBINDET - Digitalisierung nachhaltig gestalten
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› Autorin: Katja George
Beim Stöbern auf der Internetseite der Initiative ‹imWandel› lässt
sich Über raschendes entdecken. Alternative Gemeinschaften werden
vor gestellt, Schenkläden, ein Geschäft in Eberswalde, benannt nach
krummem Gemüse. Und sogar ein Projekt, bei dem Babywindeln ge-
sammelt werden, um fruchtbare Erde für Obstbäume im Berliner Um-
land herzustellen.
‹imWandel› will vor allem zeigen, dass es sie schon gibt, eine öko-
logische und solidarische Praxis, die Menschen ganz konkret leben.
Alexandre
Schütze vom Team fasst dies so zusammen: «Alle Bausteine
sind da, um eine schönere und tollere Gesellschaft zu machen. Es geht nur
noch darum, dass das alle merken und genauso attraktiv finden wie unsere
jetzige Mainstreamgesellschaft. Also nicht nur aus Überzeugung. Sondern
weil man merkt, dass es in dieser Welt schöne Sachen, Spaß und auch mehr
Glück gibt.»
Die Initiative hat sich bewusst für den Begriff (sozial-ökologischer) ‹Wandel› im Gegensatz zu Nachhaltigkeit
entschieden. Mit ihm soll die Veränderung statt des Erhalts derzeitiger gesellschaftlicher Naturbeziehungen betont
werden. Darunter gefasst werden unterschiedliche Projekte im Bereich Postwachstum, Permakultur, Zivilge-
sellschaft, solidarische Ökonomie, aber auch digitale Projekte wie beispielsweise das FabLab in Cottbus. Diese
werden auf der Webseite in Form von Videoporträts, Interviews und Artikeln vorgestellt. Das Herzstück sind
Karten von Brandenburg und Berlin, die visualisieren, wo sich welche Initiativen befinden. Die Webseite funktio-
niert auch als Plattform, auf der sich Initiativen selbst eintragen können. Nutzer *innen der Website können sich
informieren, aber auch leicht ein spannendes Projekt in ihrer Nähe finden, um sich direkt dafür einzusetzen.
Gerade für Brandenburg zeigt ‹imWandel›, wie die Digitalisierung Projekte für die sozial-ökologische Trans-
formation unterstützen kann. Dies ist zum Beispiel oft der Fall bei Solidarischen Landwirtschaften, also Betrieben,
die ihre Ernte gegen einen Mitgliedsbeitrag direkt an ihre Mitglieder verteilen. Neben den üblichen landwirt-
schaftlichen Tätigkeiten fallen hier viel Logistik- und Kommunikationsarbeit mit den Mitgliedern an. Das sind
Bereiche, in denen die Digitalisierung den Arbeitsaufwand deutlich senken kann. Häufig allerdings fehlten in
kleinen Projekten und Höfen die digitalen Kompetenzen, so Alexandre, was zum Scheitern eines ganzen Projekts
führen könne. In Zukunft könnte ‹imWandel› daher auf der Website entsprechende Tools vorstellen, die kleine
Initiativen dabei unterstützen, sich eine digitale Infrastruktur aufzubauen. So könnte krummes Gemüse bald
in allen Ecken Berlins und Brandenburgs Einzug halten.
///<summary>
Initiative: ImWandel e. V.
Personen: 10
Gründungsjahr: 2015
Typ: journalistische Initiative
Ziel: Geschichten des
Wandels erzählen
Strategie: Sichtbarmachen von
Initiativen mit Internetseite,
Videos und Karte
Web: imwandel.net
///</summary>
Da steckt die Transformation!
PORTRÄT
IM WANDEL 115
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WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
Digitalisierung nachhaltig gestalten
- Title
- WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
- Subtitle
- Digitalisierung nachhaltig gestalten
- Author
- Anja Höfner
- Editor
- Vivian Frick
- Publisher
- oekom verlag
- Location
- München
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-SA 3.0
- ISBN
- 978-3-96238-149-3
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 152
- Keywords
- Digitalisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Politik, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeitskommunikation
- Categories
- Informatik
- Technik