Page - 252 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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I. Protozoen, Coelenteraten, Echinodermen,Würmer.
Bearbeitet von
L. y. Grraff (Turbellarien, Myzostomiden), R. v. Leiuleiifehl (Spongien),
E. T. Marenzeller.
Auf diesem weiten, so verschiedene Stämme des Thierreiclies umfassenden
Gebiete hat die Untersuchung des Baues und der Entwicklungsgeschichte in
Rücksicht auf die verwandtschaftlichen Beziehungen der Formen zueinander
die schönsten Früchte gezeitigt. Der Zoologe, welcher sie einheimst, gleichviel
ob er sie selbst gezogen oder ein anderer, um sie für systematische Zwecke
zu verarbeiten, steht auf dem Boden wo sie entstanden sind, und sein System
zeigt diesen Zusammenhang. Bei der Besprechung von systematischen Leistun-
gen in grösserem Stile und fortschrittlichem Sinne sind daher Wiederholungen
aus dem morphologisch-physiologischen Capitel unvermeidlich. Aber noch
eine Erwägung anderer Art drängt in gewissen Fällen zu verbinden, was die
Arbeitstheilung in diesem Buche zerriss. Es haben sich innerhalb der zu be-
trachtenden Zeitperiode ausgezeichnete Kräfte in Oesterreich der Pflege ein-
zelner einschlägigen Zweige des Thierreiches zugewandt, und ihre Arbeiten
sind für diese von fundamentaler Bedeutung geworden. Um sie sammelten
sich andere. Solche Zweige sind die Infusorien, Spongien, Turbellarien, Myzo-
stomiden. Wenn wir nun sehen, dass diese Leistungen als wichtige, hervor-
ragende Marksteine auftreten nicht allein der Bestrebungen in Oesterreich auf
dem hier zu behandelnden Gebiete, sondern, und dies ist noch bedeutungs-
voller, für das gesammte Wissen über die betreifende Thiergruppe, dann muss
gerade bei einer Gelegenheit wie die gegenwärtige dieser Charakter deutlich
zum Ausdrucke gelangen. Marksteine dürfen nicht in einem unkenntlichen,
weil verstümmelten Bilde vorgeführt werden. Sie müssen freistehen, um auf-
zufallen. Diesem Grundsatze ist nachstehend bei der Besprechung der Arbeiten
über Spongien, Turbellarien und Myzostomiden Rechnung getragen worden.
Selbst weniger wesentliche Arbeiten wurden angegliedert, um die ganze Be-
wegung auf diesen Gebieten zu kennzeichnen.
Auf dem Wege, auf dem die Systematik immer höherer Vollkommenheit
zustrebt, begegnet man häufig verfallenen Bauten, aus deren Trümmern man
noch die Ursachen ihrer Hinfälligkeit erkennen kann. Von dem Glänze, dessen
sie sich einst erfreuten, ist jede Spur dahin. Doch meist sind noch die Bau-
steine gut brauchbar, und schon findet man sie in manchem Neubau verwendet.
Solchen überflügelten systematischen Arbeiten wird in dem Abschnitte über
die Kenntnis der Arten und ihre Verbreitung (Faunen) ein Platz eingeräumt
werden.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie