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tarische Zusammenschau sein kann. Zum einen, weil die Pandemiesituati-
on noch nicht vorĂĽber ist; zum anderen aber auch deshalb, weil in diesem
Beitrag lediglich eine Auswahl an Teilaspekten beleuchtet werden kann –
und dies nur qualitativ, ohne quantitativ repräsentativ zu sein.
So geht es zunächst darum, die Situation der Krankenhausseelsorge (im
Weiteren mit KHS bezeichnet) während dieser Krisensituation wahrzu-
nehmen, zu beschreiben und dann anhand ausgewählter Kriterien neue
Fährten für die KHS in die Zukunft zu legen. In vielerlei Hinsicht schärft
sich das gesellschaftliche Bewusstsein im Formulieren der Ăśberzeugung,
dass es nach der ĂĽberstandenen Pandemiesituation nicht einfach so weiter-
gehen kann wie zuvor. In jeder Krise steckt schlieĂźlich auch die Chance,
etwas zum Besseren verändern zu können. Mit dem Blick auf die österrei-
chische KHS der Zukunft wollen wir dieser Chance mit dem folgenden
Beitrag ein Stück näher kommen.
Auf-hören und wahr-nehmen – von der Notwendigkeit einer
Standortbestimmung
Die Corona-Pandemie hat viele Menschen zum Auf-Hören und Wahr-
Nehmen gezwungen. Beruflich und psycho-sozial waren Menschen in den
sogenannten systemrelevanten Berufen gefordert, wobei das medizinische
Personal in den Krankenhäusern noch einmal herausragt. Wohin gehört
nun Seelsorge mit ihrem heil-enden und heil-vollen Anspruch und Auf-
trag? Welche Relevanz hat sie im Konzert der Professionen im System
Krankenhaus? Dieser Abschnitt problematisiert den ohnehin immer neu
zu definierenden Standort der Krankenhausseelsorge innerhalb des Kranken-
haussystems auf der Grundlage der erwähnten Praxisberichte. Gleichzeitig
versucht er auf Basis dieser Erfahrungen, Kriterien für die Möglichkeit der
Seelsorge in Krankenhäusern mit Blick auf die Zukunft zu entwickeln. Es
sollen aber auch die Seelsorger*innen als „Menschen“ und ihre Strategien
des Umgangs mit den Herausforderungen zu Wort kommen. Denn
schließlich ist ja die Person des/der „Seelsorger*in“ das Beziehungsmedi-
um, auf das die Krankenhausseelsorge setzt.3
2.
genannt. Die Manuskripte der Praxisberichte liegen den Autor*innen dieses Bei-
trags vor.
3 Das zeigt sich bereits am Ausbildungskonzept fĂĽr Seelsorger*innen (Klinische Seel-
sorgeausbildung – KSA) im Krankenhaus. Siehe dazu Methfessel, Die Bedeutung
der KSA in der Aus- und Fortbildung für Krankenhausseelsorge, 471: „[Die Kran-
kenhausseelsorge] lebt von der Auseinandersetzung mit der eigenen Person und
Maria Berghofer, Sabine Petritsch, Detlef Schwarz
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Title
- Die Corona-Pandemie
- Subtitle
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Authors
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Editor
- Walter Schaupp
- Publisher
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Location
- Baden-Baden
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Size
- 15.3 x 22.7 cm
- Pages
- 448
- Keywords
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂĽrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Categories
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik