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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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viert. Nach meiner EinschĂ€tzung wurde der Stellenwert der Seelsorge im Haus noch vertieft. In diesen unterschiedlichen Möglichkeiten, dennoch Seelsorge auszuĂŒben, wird etwas Gemeinsames sichtbar. In jedem Fall war ein „neues“, wieder anfĂ€ngliches Hören und Wahrnehmen der Berufung und des Auftrags von Seelsorge notwendig. Gleichzeitig waren die Seelsorger*innen ĂŒberall kurzfristigen und sich hĂ€ufig verĂ€ndernden Möglichkeiten der Seelsorge ausgesetzt, die ihnen von Seiten des Systems auferlegt wurden, und sie wa- ren so herausgefordert, in einer „Dynamik des VorlĂ€ufigen“12 ihr Tun auf ganz andere Weise auszuloten. Was möglich war und welche Kriterien möglicherweise ausschlaggebend waren Im Horizont der VorlĂ€ufigkeit und mit dem ambivalenten GefĂŒhl, fĂŒr Menschen nicht da sein zu können, dem Ă€ußeren und inneren Auftrag zum Teil nicht nachkommen zu können, wurde ausgelotet, was dennoch möglich sein könnte.13 In den Praxisberichten zeigt sich, dass der ĂŒberwie- gende Teil der Seelsorger*innen in regelmĂ€ĂŸigen Mail- und Telefonkon- takten mit der Leitung eruiert hat, welche Stationen besucht werden konn- ten und welche nicht bzw. welche Schutzmaßnahmen vorzunehmen sind etc. FĂŒr einige Ă€nderte sich bis auf die Einhaltung von Hygiene- und Schutzstandards am gewohnten Dienst wenig. Von fast allen KrankenhĂ€u- sern wurde fĂŒr Sterbende die Spendung der Sakramente durch Priester er- möglicht. So zeigt sich in Krisenzeiten, welche grundlegende pastorale Be- deutung in erster Linie der sakramentale Dienst nach wie vor hat – zumin- dest fĂŒr die ĂŒberwiegende Mehrheit der EntscheidungstrĂ€ger*innen in den Krankenhausleitungen. 2.2 12 Praxisbericht P5. 13 Siehe dazu Auszug aus Praxisbericht P5: „Die letzten Wochen waren eine sehr zwiespĂ€ltige Zeit. Einerseits wurden wir sozusagen ‚weggesperrt‘, um kein zusĂ€tz- liches Risiko ins Krankenhaus zu bringen. Das hieß aber auch, fĂŒr die Patienten und deren spirituelle BedĂŒrfnisse nicht da zu sein; ein GefĂŒhl von ‚Sie-im-Stich- Lassen‘ und des Nicht-Daseins tat sich dabei auf. Abgesehen von der Telefonbe- reitschaft und von telefonischen Kontakten zum Personal, zu unseren Ehrenamt- lichen, zu den Stationsleitungen, zum Hygieniker und zur Vertretung des Krisen- stabs waren wir ziemlich ‚draußen‘.“ Maria Berghofer, Sabine Petritsch, Detlef Schwarz 288 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Title
Die Corona-Pandemie
Subtitle
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Authors
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Editor
Walter Schaupp
Publisher
Nomos Verlagsgesellschaft
Location
Baden-Baden
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Size
15.3 x 22.7 cm
Pages
448
Keywords
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂŒrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
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