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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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Platzer: Hat es hinsichtlich dieser Besuchsmöglichkeiten bestimmte Emp- fehlungen oder Richtlinien gegeben? Derler: Dafür hat es Richtlinien vom Bund, dem Hospizverein und dem Land Steiermark mit empfohlenen Maßnahmen gege- ben; nach diesen sind wir vorgegangen. Ich habe die Auf- rechterhaltung der Besuchsmöglichkeiten in diesem Kon- text als sehr gut und sinnvoll erlebt. Von Angehörigen habe ich gehört, dass dies in Krankenhäusern nicht möglich war. Platzer: Wie verlief in dieser Zeit eigentlich die Kommunikation mit den Angehörigen? Pichler: Die Kommunikation mit den Angehörigen verlief primär über Telefon und E-Mail. Wir versuchten da immer umge- hend transparent zu informieren. Als z.  B. die erste Patien- tin positiv getestet wurde, haben wir alle Angehörigen so- fort darüber informiert. Soweit es möglich und erlaubt war, haben wir zwischendurch auch ein Besucherfenster instal- liert. Platzer: Und wie konnten die BewohnerInnen mit ihren Angehörigen Kontakt aufnehmen? Derler: Die neuen technischen Kommunikationsmittel, wie zum Beispiel Videotelefonie, haben dabei eine ganz wichtige Rolle gespielt. Wir haben relativ schnell ein Tablet gekauft und so neue Kontaktmöglichkeiten geschaffen. Für Men- schen mit Demenz waren Videotelefonate natürlich auch ir- ritierend. Manche drehten sich weg, andere wiederum er- schraken bzw. waren perplex, als sich ein vermeintliches „Foto“ einer Angehörigen plötzlich zu bewegen begann. Da gab es viele amüsante, aber auch rührende Szenen. Für viele war doch wieder das Telefon das geeignetere Kommunikati- onsmittel. Platzer: Was waren für die Angehörigen die größten Herausforderungen? Pichler: Die größte Herausforderung war natürlich der fehlende physische Kontakt mit den BewohnerInnen. Ganz beson- ders schlimm war es da für einige getrennte Ehepaare. Und manchen Angehörigen hat auch der plötzliche „Kontroll- verlust“ zu schaffen gemacht. Platzer: Was meinen Sie damit? Barbara Derler und Brigitte Pichler – befragt von Johann Platzer 434 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Title
Die Corona-Pandemie
Subtitle
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Authors
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Editor
Walter Schaupp
Publisher
Nomos Verlagsgesellschaft
Location
Baden-Baden
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Size
15.3 x 22.7 cm
Pages
448
Keywords
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Categories
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