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Das Rote Wien | 39
von Zinskasernen- und ArbeiterInnenhaus-Wohnungsgrundrissen eine neue Formenspra-
che entwickelt werden, die in eine Neue Sachlichkeit mündete.126 Ein erster sachlicher
Gemeindebau entstand ab 1924 mit dem Leopold-Winarsky-Hof,127 bei dem das Stadtbauamt
erstmals VertreterInnen der Moderne wie Adolf Loos, Peter Behrens, Josef Hoffmann,
Oskar Strnad, Josef Frank, Oskar Wlach, Franz Schuster und Margarete Schütte-Lihotzky
zur Projektierung zuließ.128 Am Ende der Ersten Republik fielen Stilelemente und Fassa-
denschmuck fast völlig weg, auch von der vereinheitlichten Bauausführung der Baukörper
her wurde eine sterile Uniformität charakteristisch.129 Wert wurde dabei ebenfalls auf
einen identitätsstiftenden Alpenexpressionismus durch Holzmeister, Oerley, Schmid, Aichin-
ger und Lois Welzenbacher gelegt.130 Das Neue Bauen der späten 1920er Jahre von Walter
126 Weihsmann, Das Rote Wien, 2002, S. 132–134.
127 XX., Winarskystraße 15–21, Stromstraße 74–76, Vorgartenstraße 44, Pasettistraße 39–45, Leystraße, 1924–1926,
vgl.: Ebd., S. 419–421.
128 Schütte-Lihotzky, Architektin, 2004, S. 63–65, 101 f.
129 Weihsmann sieht das langsame Auftreten der Neuen Sachlichkeit stilistisch vor allem durch den geometrischen Ju-
gendstil und neoklassizistische Elemente Otto Wagners geprägt, vgl.: Weihsmann, Das Rote Wien, 2002, S. 124–135.
130 Ebd., S. 144.
Abb. 7 Beim XX., Leopold-Winarsky-Hof arbeiteten erstmals Vetreter der Moderne bei einem Gemeindebau zusammen.
Er entstand zeitgleich mit dem Jakob-Reumann-Hof in Wien V. (Martin Gerlach 1926).
Das Schwarze Wien
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Title
- Das Schwarze Wien
- Subtitle
- Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Author
- Andreas Suttner
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien - Köln - Weimar
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20292-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 296
- Categories
- Geschichte Nach 1918