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Der Städtebau im schwarzen Wien | 53
der eigenen Propaganda, nicht nur auf traditionelle Bauweisen zurückgriffen. Vor allem
die Taylorisierung erlaubte schnelles Bauen.47
Innerhalb der Neuordnung der Großstädte sollten neue Stadtzentren durch den Bau
öffentlicher Gebäude, die durch die Anlage von Plätzen, Straßen und Parks für den Ein-
zelnen erfahrbar wurden, verwirklicht werden. Der Ausbau der Infrastruktur des öffentli-
chen und privaten Verkehrs wurde vorangetrieben. Das Auto hatte dabei zentrale Bedeu-
tung als individuelles Fortbewegungsmittel. Dies schlug sich städtebaulich in der Anlage
von Autobahnen und neuen Straßen nieder. Der öffentliche Massenverkehr wurde durch
die Errichtung von Kanälen, Flughäfen und U-Bahnsystemen forciert. Zentren für Sport,
Studium und Freizeit hatten besondere Bedeutung für die Durchsetzung neuer Gemein-
schaften in den Diktaturen.48
Die Entwicklung in den Nachbarstaaten Italien und Deutschland wirkte sich auf die
städtebauliche Ausgestaltung des schwarzen Wien aus, das so weitgehend aus diesen inter-
nationalen Konzepten schöpften konnte.
47 Ebd., S. 48.
48 Ebd., S. 58.
Abb. 13 Ernst Rüdiger Starhemberg (l.) und Galeazzo Ciano (r.) betreten mit Begleitern das 1932 fertig gestellte Marmor-
stadion im Foro Mussolini (heute Foro Italico) in Rom. Im Hintergrund ist die Academia della Farnesina von Enrico Del Debbio
zu sehen. (Anonym Juni 1932).
Das Schwarze Wien
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Title
- Das Schwarze Wien
- Subtitle
- Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Author
- Andreas Suttner
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien - Köln - Weimar
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20292-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 296
- Categories
- Geschichte Nach 1918