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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 93 es zum Bau von mehreren Familienasylen,306 die der Krisenintervention307 dienten. Sie sollten außerdem den Mangel an Kleinwohnungen ausgleichen.308 Diese von der Gemeinde Wien gebauten Assanierungsbauten,309 also Gemeindebauten im engeren Sinn, stellten ideologisch eine Umwertung des Wohnbauprogrammes des Roten Wien dar. Die insgesamt rund 1.000 Wohnungen310 sollten Familien bis zur Reinte- gration in den Arbeitsprozess und der damit gegebenen finanziellen Voraussetzung, höhere Mieten bezahlen zu können, Obdach geben. Fürsorgerinnen, HausinspektorInnen und Seelsorger nahmen dabei die Aufgabe der Erziehung zur gesellschaftsfähigen und ökonomisch selbstständigen Familie wahr. Eine mit scheinbarer Wohltätigkeit einhergehende Christi- anisierung der Arbeiterfamilien311 drückte sich vor allem in der Ausgestaltung christlicher Feiern in den Asylen aus.312 Mit dem Bau der Familienasyle war auch die Praxis der Vergabe der Gemeindewohnungen, die im Roten Wien auf Grundlage des Bedarfs erfolgte und gesamtgesellschaftlich regulierte Mieten ermöglichte, hinfällig geworden.313 Die billigen Mieten der Gemeindebauten wurden den Marktpreisen der privaten Mietshäuser ange- glichen.314 Die Errichtung von sieben Familienasylen gilt als gesichert. In den Eigenpublikationen der Stadt wird ein achtes, in Bau befindliches Familienasyl St. Johann erwähnt.315 Während Weihsmann dessen Standort in der 1938 erbauten Wohnhausanlage X., Erlachgasse 53–57 sieht,316 schlägt Franz Denk die genauere Erforschung der in der Nähe liegenden Wohn- hausanlage X., Buchengasse 25–27 vor.317 Trinkaus bestätigt in seiner Diplomarbeit den Ort mittels Konsultation der Protokolle der Sitzung der Wiener Bürgerschaft vom 10.12.1936.318 Markus Mistelbauer hinterfragt in seiner Diplomarbeit den Widerspruch zwischen den aufgefundenen Plänen der Wohnhausanlage, die von 1937 stammen, und der Bautafel der 306 Melinz, Unger (Hg.), Wohlfahrt und Krise, 1996, S. 80. 307 Für Frauen und Mädchen gab es außerdem ein eigenes Obdachlosenheim in der XII., Kastanienallee, vgl.: Die Familien- asyle der Stadt Wien, in: Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, Nr. 89, Heft 19/20, Wien, 1937, S. 137. 308 Novy, Förster, Einfach bauen, 1991, S. 104. 309 Laut Melinz waren die Familienasyle ein Wiener Spezifikum, vgl.: Melinz, Fürsorgepolitik(en), in: Talos, Neugebauer (Hg.), Austrofaschismus, 2005, S. 246 f. 310 Die ständestaatliche Verwaltung hatte errechnet, dass für die Obdachlosen immer rund 1.000 Wohnungen gebraucht würden, daher auch die magische Zahl des Familienasylbaus. 311 Melinz, Unger (Hg.), Wohlfahrt und Krise, 1996, S. 80 f. 312 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Familien-Asyle, 1937, S. 8. 313 Weihsmann, Das Rote Wien, 2002, S. 37 f. 314 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wien im Aufbau – Die Finanzwirtschaft der Stadt Wien, Wien, 1937, S. 13. 315 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wien im Aufbau – Die Familien-Asyle der Stadt Wien, Wien, 1937, S. 9. 316 Weihsmann, Das Rote Wien, 2002, S. 263. 317 www.franzdenk.at/familienasyle/start.htm (Zugriff: 14.09.2016) 318 Der Bauplatz wurde anscheinend aus demografischen Überlegungen gewechselt. In der XIV., Linzer Straße 154–156– 158 wurde unter NS-Verwaltung 1938–1942 stattdessen der Lützow-Hof von Konstantin Peller mit 110 Wohnungen geplant und von der Gemeinde errichtet, vgl.: Trinkaus, Wohnbaupolitik, 2013, S. 79.
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Title
Das Schwarze Wien
Subtitle
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Author
Andreas Suttner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien - Köln - Weimar
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
296
Categories
Geschichte Nach 1918
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